temple

 

Der Stein braucht nicht etwas anderes als ein Stein zu sein . Aber indem er sich mit anderen verbindet, wird er zum Tempel.   Saint-Exupéry

Die Menschen bauen zu viele Mauern und zu wenig Brücken.   Isaac Newton

 

APPELL ZUR VEREINIGUNG aller Freimaurer

  1. Ziel des Projekts der Konföderation
    1. Ursprüngliches Vorhaben und Sinn der neuen Freimaurerei
    2. Die Freimaurerei wurde als Einheit geboren
      1. Ursache der Spaltung
      2. Charakter der Spaltung
      3. Zankäpfel
    3. Vereinigen – unter Achtung der Vielfalt
      1. Ziel: die Kluft überwinden
      2. Voraussetzung des Erfolgs: Würde
      3. Mittel: den Appell unterschreiben und verbreiten
    4. Paradoxon des 21. Jahrhunderts
  2. Projekt Konföderation
  3. Einheit zu schaffen ist notwendig, nobel und schön
  4. Einwendungen aus den Diskussionen vor der Veröffentlichung des Projekts: Siehe Forum.
  5. Ursprung des Appells
    1. Geschichte: drei Etappen
    2. Woher stammt der Name Appell?
    3. Lebenslauf des Autors
      1. Ziviler Lebenslauf
      2. Freimaurerischer Lebenslauf
      3. Nachdenken:
        1. Wozu dient die Freimaurerloge eigentlich?
        2. Wort, Kunst und symbolisches Denken
        3. Einweihung von Frauen und gemischte Orden
        4. Initiationscharakter der Diskussion über die Gesellschaft
  6. Danksagung
  7. Dokumentation
    1. Freimaurerei: Sagten Sie "universal"? von Julian Rees (UGLE – Vereinigte Großloge von England)
    2. Andersonsches Grundgesetz und seine Änderungen
    3. Projekt Konföderation
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Bratislavaer Appell zur Vereinigung aller Freimaurer

Die neue Freimaurerei bewahrt die alten Einweihungstraditionen. Ihr Ziel ist ebenfalls die Meinungsfreiheit und allgemeine Brüderlichkeit im Sinne der Achtung der menschlichen Vielfalt.

In den Andersonschen Alten Pflichten von 1723, die für alle Freimaurerbewegungen gemeinsam sind, wird dies so zum Ausdruck gebracht:

Der Maurer ist durch seinen Beruf verbunden dem Sittengesetz zu gehorchen, und wenn er seine Kunst recht versteht, wird er weder ein Atheist aus Einfalt noch ein religionsfeindlicher Wüstling sein. Aber obgleich in alten Zeiten die Maurer verpflichtet waren, in jedem Lande von der jeweiligen Religion des Landes oder der Nation zu sein, so hält man doch jetzt für ratsam, sie bloß zu der Religion zu verpflichten, in welcher alle Menschen übereinstimmen und jedem seine besondere Meinung zu lassen, das heißt, sie sollen gute und wahrhafte Männer sein, Männer von Ehre und Rechtschaffenheit, durch was für Sekten und Glaubensmeinungen sie sich auch sonst unterscheiden mögen. Hierdurch wird die Maurerei ein Mittelpunkt der Vereinigung und ein Mittel, treue Freundschaft unter Personen zu stiften, welche sonst in ständiger Entfernung voneinander hätten bleiben müssen.

Wir, die Freimaurer, wollen dieses Ideal verwirklichen.

In dessen Namen fordern wir unsere gewählten Vertreter auf, die Meinungsverschiedenheiten zu überwinden und eine Brücke über die Kluft zu bauen, die die Freimaurerorden (Obedienzen) schon fast ein Jahrhundert trennt.

Deshalb stimmen wir für die Gründung einer Weltkonföderation der freien, unabhängigen, gleichberechtigten und brüderlichen Freimaurerorden.

 
loge

> Mehr über dem Appel kennelernen
> Den Bratislavaer Appell Unterzeichnen
> An dem Meinungsaustausch (Forum) teilnehmen
> Wie geht es weiter mit dem Appell?

 

 

 

 

 

A. Begründung des Projekts Konföderation

1. Ursprüngliches Vorhaben der neuen Freimaurerei und ihr Sinn

tableauDie neue Freimaurerei wurde Anfang des 18. Jh., in der Zeitalter der Aufklärung (Siècle des Lumières), mit dem Beschluss der vier Londoner Logen geboren. Zu denen gehörten die Spitzenvertreter ihrer Zeit. Mehrere davon waren Mitglieder der Royal Society of London for the Improvement of Natural Knowledge (Londoner königliche Gesellschaft), die 1660 gegründet wurde, also zur Akademie der Wissenschaften und der Philosophie gehörten.

Mitglieder dieser vier Logen waren Gläubiger und Wissenschaftler zugleich. Sie wollten weder eine neue Religion erfinden, noch mit der Religion kämpfen, der sie angehörten, sie wollten ein Gebiet schaffen, in dem sie Erkenntnis in voller Freiheit suchen konnten, ohne dass die Kirchen, der König oder jemand anderer involviert war.

In allen Einweihungsverfahren der Zweck war die neuen Mitgliedern zu helfen, sich in die Gesellschaft einzugliedern und die Überlebensfähigkeit zu erlangen, Kenntnisse der vorherigen Generationen, einschließlich ihrer metaphysischen Überzeugungen, als unwandelbare Wahrheit vermittelt. Die Urheber der Konstitution dachten, dass zu der Zeit, wenn die Zivilisation weltweit wird, keine Erkenntnis mehr als definitiv angesehen sein konnte und sollte. Kritische Prüfung, über die Grenzen jeglicher Dogmen hinaus, alle Kenntnisse, gesammelt durch vorherige Zivilisationen, galten als notwendige Voraussetzung, die menschliche Kreativität und Vereinigung der Menschheit im gemeinsamen Bestreben zu befreien. Die Welt ist so komplex geworden, dass nur die Vereinigung aller Kräfte es ihnen gegeben hat – und uns bietet sie die Hoffnung, dass wir fähig sein werden, sich den Herausforderungen der Zeit zu stellen.

Alle Logen und Freimaurerorden sollten also die Einheit ansteuern und zugleich ihre Vielfalt achten. "Der freie Maurer in einer freien Loge...!" Die Kluft muss zugeschüttet werden, die fast schon ein Jahrhundert, vielleicht auch länger, die Freimaurerei in zwei große Richtungen spaltet: die "vorbehaltene" (die ihre Anhänger als "rechtsgültig", "regulär", bezeichnen) und die "offene" (selbst gerne als "undogmatisch" bezeichnet)2.

Hat der Heilige Johannes, von Freimaurern besonders geschätzt, nicht geschrieben: Im Hause des Vaters gibt es mehrere Behausungen ?

 

2. Die Freimaurerei wurde als Einheit geboren

a) Ursachen der Spaltung

Nach der Veröffentlichung der Andersonsche Konstitution hat sich die Freimaurerbewegung rasch in Großbritannien, in Frankreich, später in Amerika und dem Rest der Welt verbreitet. Ihre älteren Formen haben neue Lebensenergie gefunden. Mit ihrer Verbreitung wurde sie unweigerlich an die örtlichen Gegebenheiten angepasst und wurde deshalb vielfältig. Die Grundlagen sind jedoch dieselben geblieben und alle Freimaurer respektieren die Konstitution bis heute als Grundlage ihrer Bewegung. Diese Entwicklung begann jedoch trotzdem nach etlichen Jahrzehnten eine Kluft zwischen den zwei Hauptrichtungen der Bewegung zu bilden.

b) Charakter der Spaltung

Die heutige Freimaurerei wird in zwei große Richtungen geteilt, die als "offen" und "vorbehalten" beschrieben werden können. Sie verkehren nur wenig miteinander, obwohl beide die Einweihung (im Sinne der Initiation) zum Ziel haben; für beide ist symbolisches Denken sehr wichtig, beide benutzen Rituale, die sehr nahe sind, und beide sind ähnlich organisiert.

Mehr über diese Kluft: Meinung des bedeutenden Mitglieds der Vereinigten Großloge von England (UGLE) Julien Rees: finden Sie sie hier

c) Zankäpfel

Die Verhältnisse zwischen den "vorbehaltenen" und den "offenen" Orden stoßen vor allem auf zwei Hindernisse:

  • die Einweihung von Frauen, oder genauer gesagt das Zulassen der Schwestern zu den Säulen der Männerlogen, weil heute sogar die Vereinigte Großloge von England (UGLE) die Gültigkeit der Fraueninitiation anerkennt,
  • der Glaube an Gott oder jegliche andere Vorstellung, die das religiöse Prinzip eines einzigen Schöpfers ausdrückt (übrigens, einige heutige Wissenschaftler können diese Idee der Einzigartigkeit der Quelle des Universums teilen, andere bezweifeln sie jedoch). Für die Gründer der neuen Freimaurerei war der Große Architekt des Universums Universums ein Symbol (in der Freimaurerei "ist alles ein Symbol"), später jedoch wurde er zur Bezeichnung des Glaubens, zu ihrem Synonym. Symbole sind offen, während Zeichen beschreiben, präzisieren, bedingen, abgrenzen, aber auch trennen ...

Auch wenn sie sehr wichtig sein mögen, haben diese zwei Fragen mit dem Projekt der Konföderation in der Form, in der es auf diesen Webseiten vorgestellt wird, nicht viel gemeinsam.

Das Ziel dieses Projekts ist nicht die Überzeugung der Orden, Frauen einzuweihen oder sie weiterhin nicht einzuweihen, sie in ihren Tempeln aufzunehmen oder nicht aufzunehmen, oder über die Frage zu entscheiden, ob die Freimaurer Gläubige sein müssen oder ungläubig sein dürfen.

Hinsichtlich des Projekts Konföderation können diese Fragen, sowie andere, weniger wichtige Streitpunkte, offen bleiben. Sie sollten ihrer Gründung nicht im Wege stehen.

Jederman glaubt, dass die von der UGLE "anerkannten" Obedienz homogen sind, während "offene" Flügel der Freimaurerei diversifiziert sind. In Wirklichkeit ist die United Grand Lodge of England (UGLE), die jede Form von Rassismus ablehnt, sehr verschieden im Vergleich zu einigen nordamerikanischen Obedienzen, die die Prince Hall Grand Lodge- bestehend aus schwarzen Amerikanern- nicht anerkennt. Ein Atheist zu sein schließt nicht aus, zu den "regulären" Logen in Mitteleuropa zu gehören, während es in den Vereinigten Staaten unmöglich erscheint. Die "regulären" Obedienzen erkennen sich trotz dieser Unterschiede gegenseitig an. Warum können sie es mit den "offenen" Obedienzen nicht ebenso halten?

 

3. Vereinigen und zugleich Vielfalt anerkennen

ecusson--Ziele dieses Vorschlags zur Zusammenarbeit zwischen den Orden:

  • Verwirklichung des freimaurerischen Schlagworts Zerstreutes zu vereinigen im Namen der allgemeinen Brüderlichkeit,
  • Stärkung der Glaubwürdigkeit der Freimaurerei bei ihren Mitgliedern und bei der Öffentlichkeit durch konsequente Durchsetzung dieser zwei Grundsätze,
  • Bestätigung des Initiationscharakters der Freimaurerei, die weder eine Kirche noch eine politische Partei, noch ein Fachverband, eine wirtschaftliche Druckgruppe, eine Wohltätigkeitsorganisation oder eine andere säkulare Institution ist3
  • Bereicherung aller Mitglieder der Konföderation durch Nutzung der Entdeckungen, die mit dem Initiationscharakter der Freimaurerei zusammenhängen und von 1723 bis heute von den Logen und Orden in Europa, in den USA und in anderen Ländern gemacht wurden,
  • weitere Entwicklung der "offenen" und "vorbehaltenen" Orden, damit die Freimaurerei dank ihrer Vielfalt im ganzen Umfang die Fähigkeit behält, zur Verbesserung des Menschen und der Gesellschaft beizutragen, und das sogar auch in der Zeit der "Globalisierung", also des gegenseitigen Durchdringens der Zivilisationen weltweit.
a) Ziel: die Kluft zuschütten

Das Ziel der Konföderation ist bestimmt nicht, ihre Mitglieder zu gleich zu machen, und noch weniger, einen neuen "Super-Orden" zu schaffen.

Für die Realisierung dieses Projekts muss das Schachbrett der Verhältnisse zwischen uns nicht durcheinander gebracht werden.

Es geht nur darum, die führenden Vertreter beider Richtungen zu überzeugen, gemeinsam als Freimaurer miteinander zu verkehren und es den Forschern zu ermöglichen, alle Orden frei zu erforschen. Dazu müssen sie die Möglichkeit haben, an den rituellen Arbeiten aller Orden teilzunehmen, unabhängig von ihrer persönlichen Angehörigkeit. Das unterstützt das gegenseitige Verständnis und könnte helfen, die Freimaurerpraxis und ihre theoretische Kenntnis zu vertiefen.

Nach dem Akzeptieren dieser zwei Grundsätze wird die Tätigkeit der Orden nach ihren eigenen Traditionen und Überzeugungen fortgesetzt.

Jede Loge entscheidet selbst über die Besucher und Besucherinnen nach der Regel, die nachstehend vorgeschlagen wird.

b) Voraussetzung zum Erfolg: Würde

Das Projekt der Konföderation ist die Aufforderung, die Kluft zwischen den freimaurerischen Bewegungen zuzuschütten, nichts anderes.

Die Andersonsche Konstitution geht hervor aus dem Bedürfnis der Freiheit der wissenschaftlichen, philosophischen und esoterischen Forschung ihrer Autoren und enthält einen hervorragenden Aufruf zur Verträglichkeit. Dass Folgendes im Jahre 1723, nach mehreren Jahrzehnten religiöser Kriege, geschrieben wurde, ist sehr erstaunlich:

Der Maurer ist durch seinen Beruf verbunden, das Sittengesetz zu achten wie ein echter Noachide, und wenn er seine Kunst recht versteht, wird er weder ein dummer Atheist noch ein Freigeist ohne Religion sein, noch gegen sein Gewissen handeln. In alten Zeiten waren die Maurer verpflichtet, in jedem Lande von der jeweiligen Religion des Landes oder der Nation zu sein. Die Maurerei existiert aber in allen Ländern, auch in den Ländern mit unterschiedlichen Religionen, und so ist der Maurer jetzt nur mehr zu der Religion verpflichtet, in welcher alle Menschen übereinstimmen und die jedem Bruder seine eigenen Anschauungen lässt, das heißt, sie müssen gute und redliche Menschen von Ehre und Rechtschaffenheit sein, durch welche Namen, Religionen und Bekenntnisse sie sich auch unterscheiden: denn alle stimmen sie in den drei großen Artikeln Noahs überein, genug, um den Kitt der Loge zu erhalten. Hierdurch wird die Maurerei ein Mittelpunkt der Vereinigung und ein Mittel, treue Freundschaft unter Personen zu stiften, welche sonst in ständiger Entfernung voneinander hätten bleiben müssen.

Seien wir unserer Vorfahren würdig! Äußern wir Achtung vor unseren Ahnen und vor künftigen Generationen dadurch, dass wir das Leben in das Ritual der Einheitskette:

Diese Kette, die uns in Zeit und Raum verbindet, kommt zu uns aus der Vergangenheit und führt in die Zukunft.
Damit sind wir mit dem Orden unserer Vorfahren verbunden,
damit müssen sich die Freimaurer aller Riten und Länder verbinden.

Diese Wahrheit, die wir im Tempel erworben haben, wollen wir auch außerhalb des Tempels verbreiten.

 

4. Paradoxon des 21. Jahrhunderts

Trotz aller blutigen Kriege, die in den vergangenen Jahrhunderten im Namen des Glaubens geführt wurden, und trotz der Attentate, die manche Terroristen auch heute noch versuchen ähnlich zu begründen, verflucht keine Kirche die andere oder schließt ihre Tür vor den Gläubigern anderer Religionen. Die Freimaurer könnten diesen Versöhnungsversuchen umso einfacher folgen, weil sie keine Bruderkriege geführt haben.

Ende des 18. Jh. begannen die Unstimmigkeiten zwischen den Orden aus politischen und religiösen Gründen, im 19. Jh. wurden sie vertieft und 1929 sind sie zu der heutigen Form erstarrt. Sie stehen im Widerspruch zu dem Ideal der Gründer der neuen Freimaurerei Zerstreutes zu vereinigen und eine allgemeine Brüderlichkeit von ehrenhaften Menschen zu errichten.

Beide Richtungen definierten ihre Gesetze und beachten diese, was richtig ist, jedoch entsteht hier die Frage, ob sie nicht vergessen, dass jedes Gesetz im Zusammenhang mit konkreten Bedingungen gelesen, kommentiert und verstanden werden muss, unter denen es durchgesetzt werden soll. Andernfalls wären Gerichte, Richter, Staatsanwälte und Rechtsanwälte überflüssig, es würden nur die Gefängniswärter und Henker genügen ...! Die Kirchen behaupten, dass sie Gottes Gesetz repräsentieren, aber trotzdem berücksichtigen sie die Umstände, unter denen es ihre Gläubiger verletzen könnten.

Jeder aufrichtige Freimaurer sollte die Kluft zwischen den "rechtsgültigen" (regulären) und den sonstigen Orden als eine Demütigung empfinden. Diese Aufteilung entspricht nicht unserer Zeit. Im Gegenteil, die Welt muss sich vereinen und die Freimaurer sollten als Beispiel dienen.

Mehr über diese Kluft: Meinung des bedeutenden Mitglieds der Vereinigten Großloge von England (UGLE) Julien Rees : finden Sie sie hier

 

c) Mittel: den Apell unterzeichnen und verbreiten Unterzeichnen Sie den Bratislavaer Appell zur Vereinigung aller Freimaurer

 

B. Projekt der Konföderation

 

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Die Welt ist ein Buch und diejenigen, die nicht reisen, lesen nur eine Seite davon.

Heiliger Augustin

Fürchte den Leser eines einzigen Buches!

Seneca

Um die Fortsetzung zu lesen, klicken Sie hier

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http://freimaurerei-heute.com/  wurde geschaffen um den freien Austausch von Ideen über die Freimaurerei zu fördern.

Dieser Austausch wurde durch etwa 50.000 Beiträge verhindert die nichts mit Freimaurerei zu tun hatten und welche diese Webseite für Werbezwecke missbrauchen wollten.

Ich habe diese Verunreinigung der Seite beseitigt um eine relevante Diskussion wieder zu ermöglichen.

Vielen Dank im Voraus für Ihre Meinung zu Themen die die Freimaurer interessieren in dem FORUM äussern.

 

C. Einheit zu schaffen ist notwendig, nobel und schön

 

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Angesichts der Prüfungen, die die Menschheit erwarten in der heutigen Zeit der „Globalisierung“, in Hinsicht auf:

  • schnell wachsende Demographie,
  • Verschwendung von Rohstoffen, Energien und anderen natürlichen Stoffen,
  • Umweltverschmutzung,
  • Reduktion der Biodiversität,
  • die ungleiche Verteilung von Reichtum unter den Menschen und Ländern,
  • Geldspekulationen, die unkontrollierbar geworden sind,
  • zahlreiche Versuche der Vorherrschaft über andere Länder,
  • Massenvernichtungswaffen,
  • alle sonstigen Mittel zum Terrorisieren der Gegner,
  • Drohung eines weiteren Weltkrieges,

muss die Menschheit ihre Kräfte im Sinne der Brüderlichkeit vereinigen.

Wir, die Freimaurer, wollen ein Volbild sein.

Wir wollen die Grundlage des neuen Humanismus werden.

Bieten wir der Welt unser Ideal der allgemeinen Brüderlichkeit,
die uns in Zeit und Raum verbindet, zu uns aus der Vergangenheit kommt und in die Zukunft führt.

Wir sind durch dieses Ideal mit dem Orden unserer Vorfahren verbunden, dadurch müssen sich die Freimaurer aller Riten und aller Ländern vereinigen.

Wir ersuchen unsere führenden Vertreter, sich über ihre Differenzen hinwegzusetzen und eine Brücke über die Kluft, die die Freimaurerorden trennt, zu erbauen.

Vereinigen wir unsere Kräfte, um effektiver zu wirken,
jeder einzeln in dem Ort, in dem er lebt, in jedem Bereich seiner Tätigkeit,
und zusammen als Freimaurer.

....

Ein menschliches Wesen ist ein Teil des Ganzen, das wir Universum nennen, ein in Zeit und Raum begrenzter Teil. Es erfährt sich selbst, seine Gedanken und Gefühle, als etwas vom Übrigen Getrenntes, eine Art optische Täuschung seines Bewusstseins. Diese Täuschung ist für uns eine Art Gefängnis, das uns auf unsere persönlichen Bedürfnisse und die Zuneigung zu einigen uns nahe stehenden Personen einschränkt. Es muss unsere Aufgabe sein, uns aus diesem Gefängnis zu befreien, indem wir den Kreis unseres Seins, unseres Mitgefühls, ausweiten, so dass es alle lebenden Geschöpfe und die gesamte Natur in ihrer Schönheit umfasst.

Albert Einstein

Denn jedes Atom das mir gehört, gehört ja auch dir.

Walt Whitman

  

D. Einwendungen aus den Diskussionen vor der Veröffentlichung des Projekts: Siehe Forum .

E.  Ursprung des Bratislavaer Appells zur Vereinigung aller Freimaurer

Bratislava_-_temple_de_Humanizmus-_P_Bu1. Geschichte: drei Etappen

2007 und 2008 führten die tschechischen und slowakischen Großlogen und Großoriente lange Diskussionen über die Natur ihrer Organisationen. Sie gründeten eine Forschungsgruppe, die ihre Rituale verglichen und dabei erstaunlicherweise festgestellten, dass es zwischen ihnen keine gravierenden Unterschiede gibt. Sie studierten ihre Praktiken und einigen ihren Mitgliedern schien es, dass sie ihre Orden einander als rechtsgültige Freimaurerorganisationen anerkennen könnten. Diese jungen Orden, die dank dem Fall der Berliner Mauer (1989) nach einem halben Jahrhundert der „Betäubung“, erzwungen durch die Feinde der Freimaurerei, entstanden sind, waren jedoch zu schwach und konnten diese Idee nicht verwirklichen. Die Mehrheit entschied, sich in eine gemeinsame Freimaurerorganisation unter der Schirmherrschaft der Vereinigten Großloge von England zu vereinen.

Ich nahm an diesen Gesprächen teil und erstellte dann schrittweise den ersten Entwurf der Konföderation. Am Anfang wurde nur Mitteleuropa einbezogen. Die slowakischen und tschechischen Brüder diskutierten viel darüber, anschließend schrieb ich das Konzept um, ergänzte es, übersetzte es ins Französische, dann erweiterte ich es wiederum dank ca. dreißig französischer, englischer und Schweizer Brüder und Schwestern. Diese Folge von Überlegungen war die Geburt des zweiten Konzepts des Projekts, das erneut diskutiert wurde, dann die Geburt der dritten und der vierten Version, die ich jetzt zur Diskussion vorlege.

2. Woher kommt der Name Bratislavaer Appell ?

Diese Frage wird in einem sehr unerwarteten Ausschnitt aus dem folgenden Roman beantwortet :

 

Ich wäre lieber allein geblieben. Leider hat Peter den "feuchten Raum" (salle humide) betreten und hat sich zwischen mich und Gilbert gesetzt.

Er ist ein Pariser aus dem Großorient, ursprünglich aus der Slowakei. Er ist einer der Maurer, die in Utopie leben. Théo nennt sie „unsere Teilchenbeschleuniger“. Je wahnsinniger ihre Träume, desto mehr Energie und Flügel verleiht ihnen ihre Leidenschaft. Peter möchte uns einen festlichen Appell unterzeichnen lassen, damit sich der Freimaurer-Universalismus in einer europäischen Freimaurer-Organisation verkörpert, die alle europäischen Orden einschließt, sogar die Orden der Kojoten. Gilbert lehnt es ab. Grundsätzlich. Er sagt, dass die Initiative dieses Projekts, die zu uns von einem Mitglied des Französischen Großorients kommt, zum Misserfolg verurteilt ist.

Ich habe ihm versprochen, es zu unterzeichnen, obwohl die Petition der Methode der Logen nicht entspricht, und habe vorgeschlagen, es „Bratislavaer Appell“ zu nennen. So würde das Konzept von anderswo herkommen, hauptsächlich aber nicht aus dem Französischen Großorient, weil alles, was wir in den letzten dreißig Jahren vorgeschlagen haben, gescheitert ist. In diesem Punkt stimme ich Gilbert zu.

Er lachte mich dafür deshalb gleich ordentlich aus. Soll ich der ehrwürdige Meister vom Stuhl einer kleinen Loge in der Provence werden, ja, bravo, das bejaht er, aber mich in große Angelegenheiten zwischen den Orden zu mischen, nicht doch. Jeder soll an seinem Platz bleiben! Ich sei dem nicht gewachsen. Er hat nicht gesagt, warum. Es war beleidigend und sogar sehr demütigend für Peter und auch für mich. Keine unserer Initiativen kann erfolgreich sein. Man müsste nach London zu Verhandlungen gehen und London würde antworten, dass wir gar nicht existierten.

Peter hat es überhaupt nicht beunruhigt. Er will und wird zwanzigtausend Unterschriften sammeln, versichert er uns. Mit den Unterschriften unserer Schwestern, natürlich. In jedem Fall mit meiner Unterschrift. Und wenn man ohne die Engländer auskommen muss, werden wir ohne sie auskommen. In diesem Moment hat Louis Jamet den feuchten Raum betreten und Gilbert hat es sehr überrascht. Aus seiner Sicht bin ich nicht auf dem Niveau von Louis Jamet, dem Universitätsprofessor. Was können wir also gemeinsam haben?

Peter hat sich sofort rücksichtsvoll zurückgezogen. Gilbert, er, hat rumgezappelt.

Ausschnitt aus dem „Freimaurer-Kriminalroman“ von Jean Verdun, dem ehemaligen Großmeister der Großen Französischen Loge: Der Fall Luberon, herausgegeben vom Luc Pire Verlag, Belgien, oder http://www.jeanverdun.com/luberon.htm Kapitel 12, Seite 209.

 

Ein Schock, dieser Absatz war für mich wirklich ein Schock. Die Idee für die Petition kommt von Jean Verdun, in dem Gespräch mit ihm ist mir überhaupt nicht eingefallen zu behaupten, dass ich 20.000 Unterschriften sammeln kann, und Jean hat mir seine Unterschrift nicht versprochen. Es hat mich aber begeistert, dass er dieses Projekt nicht vergaß und es in seinem Roman erwähnte. Natürlich bin ich sehr glücklich über die gute Meinung, die ich bei ihm bei unserem ersten und bisher einzigen Treffen erwecken konnte.

Wenn Jean Verdun, dieser große Freimaurer, meinen Vorschlag der Weltkonföderation von Freimaurerorden unterstützt,
wenn sich einige andere Persönlichkeiten
aus der Vereinigten Großloge von England (UGLE),
aus dem „rechtsgültigen“ Schweizer Orden ALPINA,
aus der Französischen Großloge (GLF),
aus dem Französischen Großorient (GODF),
aus der Französischen Frauen-Großloge (GLFF),
aus der Tschechischen Großloge (VLCR)
und einige weitere Brüder und Schwestern
positiv über diese Idee äußern, wird dieses Projekt von einem Glimmer der Hoffnung beleuchtet.


3. Lebenslauf des Autors des Bratislavaer Appells:

a) Weltliches CV

Peter avec ses parents 300 dpi

Geboren am 26.05.1940 in Bratislava, Slowakei, verheiratet, zwei Kinder.

Studien an der Theaterfakultät, Fachgebiet Geschichte und Theorie, Bratislava, Tschechoslowakei (1957-62).

Doktorarbeit über Stanislawskis Theorie der Schauspielkunst an der Slowakischen Akademie der Wissenschaften in Bratislava (1963–68), später Studien der dritten Stufe über Politik und Kultur in der Sowjetunion am Institut der slawischen Studien, Sorbonne, Paris, Frankreich (1968–72).

Literarischer Rat und Veranstalter von Reisen zahlreicher Theaterensembles in Frankreich und im Ausland (1972–81, 1986–2008), Projekte und Studienarbeiten für Centre Pompidou, Paris (1979–80), französisches Kulturministerium (1980–81), slowakisches Außenministerium (1999–03) usw., Dramaturg mit Zuständigkeit für das Theaterprogramm im Kulturhaus in Rennes (1982–84), das Projekt des kulturellen Austausches mit der Slowakei im Rahmen der Kandidatur von Marseille für den Titel der Europäischen Kulturhauptstadt 2013 (2007–08). Marseille gewann den Wettbewerb und teilt sich den Titel mit der slowakischen Stadt Košice.

Kunstdirektor zahlreicher Theaterfestivals, vor allem Pantomime-Festivals sowie Festivals von Straßenkünstlern in Frankreich und anderswo (1976–2006), z. B. Gaukler in Köln/Rhein (1976), Mimen und Clowns auf dem Festival „in“ in Avignon (1977), Mimen und Clown, De Blauwe Zaal, Utrecht (1977), Paris – Barcelone – Modena (1982), Dehors / Dedans in Tours (1983–1986), Mimos in Périgueux (1987–2002), Paris - Fête du Forum (1989), Idéklic in Moirans en Montagne (1990–1994), Mimica No Acarte, Lisabonne (1990), Bratislava – Brno – Prag (1991), Teatro Europeo, in Torino (2003–2006).

Theaterkritiker in der Tschechoslowakei und in Frankreich (1960–82), Redakteur der Zeitung Gestes (1992–2002), die sich mit Bewegungstheater befasste.

Autor des Theaterstücks All´ der Quatsch über Frauen (Toutes ces âneries sur les femmes, www.aneries-sur-les-femmes.fr) in Zusammenarbeit mit Benoît Vitse (2010–11).

 

b) Freimaurer CV

Eingeweiht am 17.05.1991 in der Loge La Bonne Foi im Orient Saint Germain en Laye, Geselle seit 20.03.1992 und Meister seit 30.04.1993. Im Herbst 1995 befördert in die vierte Stufe des Alten und anerkannten schottischen Ritus in der Loge Europa, Orient Prag, danach zur 14. und 18. Stufe in Ennéade, Orient Saint Germain en Laye, derselbe Ritus.

Den 8 Mai1993 er gründet in Bratislava, Slowakei. die Loge Humanizmus. 1993-1996 Meister am Stuhl dann Couvreur. 1999 zum Ehrwürdigen Meister der Loge Humanismus gewählt. Den 21 März 2009 wurde Humanizmus die Loge 1 der Großloge der Slowakei.

Er schreibt Beiträge für die Freimaurer-Zeitschriften G.O.D.F.  (Französischer Großorient), Freimaurer (Slowakische Großloge, V.L.S.), Alpina (Schweizerische Grossloge) u. a. Projekt der Konföderation, 20072011.

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Zündung des Lichts der Freimaurerei in der Slowakei:

1992 hat mich Jacques Oréfice, Vertreter des Großmeisters von G.O.D.F. für ausländische Kontakte aufgefordert, unseren Brüdern in Prag in ihrem Bemühen um Erneuerung der Freimaurerei in der Tschechoslowakei zu helfen. In der Zeit hat sich die Tschechoslowakei gerade in zwei Staaten geteilt und so war ich bei der Erneuerung der Bewegung in der Slowakei schnell allein geblieben.

Es war nicht gerade einfach, das Licht der Freimaurerei in der Slowakei anzuzünden, nach einem halben Jahrhundert der Verleumdung und Verbote, zuerst durch das faschistische Regime, das im 2. Weltkrieg entstand, danach durch das stalinistische Regime, eine totalitäre Staatsordnung, und dazu fügte auch noch die katholische Kirche seine Handvoll von Vorurteilen hinzu. Alle Spuren der Freimaurer wurden gelöscht. Dabei hat die Freimaurerei fast zwei Jahrhunderte in dieser Region existiert.

Um sie wieder aufzubauen, musste ich zuerst

  • das Misstrauen der Regierung und der Öffentlichkeit mindern, also Presskonferenzen veranstalten, Gespräche im Fernsehen, im Rundfunk und mit Zeitungen führen,
  • öffentliche Diskussionen führen,
  • persönliche Kontakte und Briefkorrespondenz mit ca. 200 Suchenden pflegen,
  • Rituale übersetzen,
  • Pläne zeichnen und bei einem Freund (Bühnendesigner) sehr schöne Gegenstände für die Ausstattung des Tempels herstellen lassen,
  • eine ganze Bibliothek von Freimaurerliteratur in Französisch, Englisch, Deutsch, Italienisch, Russisch und Ungarisch für die Loge erwerben (Texte in Slowakisch und Tschechisch konnte man in dieser Zeit nicht finden),
  • Herausgeber finden, die die Bücher über die Freimaurerei drucken würden, an erster Stelle klassischerweise die Freimaurer Symbolik von Jules Boucher, die 1998 auf Tschechisch erschienen, und Freimaurer – Erbauer des Lichts von Daniel Beresniak, 2002 auf Slowakisch erschienen,
  • die Einbringung des Lichts in die ehrwürdige Loge Humanizmus (Humanismus) am 08.05.1993 unter der Schirmherrschaft von G.O.D.F. und in Anwesenheit der französischen, belgischen, österreichischen und tschechischen Delegationen vorbereiten und ausführen und am nächsten Tag die ersten vier slowakischen Brüder einweihen,
  • Orte für unsere regelmäßigen rituellen Arbeiten suchen,
  • die Loge in den ersten drei Jahren führen,
  • helfen, sie danach am Leben zu halten,
  • in Zusammenarbeit mit A.M. die Webseite www.humanizmus.sk erstellen und sie bis Frühling 2008 verwalten,
  • Austauschreisen zwischen der Loge Humanismus und den Logen in Frankreich, Österreich und Ungarn organisieren.

2009 ist die Loge Humanismus aus dem Bund G.O.D.F. ausgestiegen, um sich unter der Schirmherrschaft von Vereinigte Großloge von England (UGLE) an der Gründung der Slowakischen Großloge beteiligen zu können.

(Ausführliche Geschichte wurde in La Chaîne d’Union, GODF, Paris, Nr. 18-19, veröffentlicht).

Meine Arbeitsauslastung in der Slowakei erklärt größtenteils, warum ich in meiner Mutterloge La Bonne Foi  in Saint Germain en Laye nur eine gewählte Funktion bekleidete, und zwar die Funktion des Fachkundigen Bruders von 1999 bis 2001. 2008 wurde ich in die Nationale Kommission für Überlegungen über die nachhaltige Entwicklung gewählt.

 

c) Seine Nachdenken:

F. Danksagung

Ich bedanke mich herzlichst bei allen Brüdern und Schwestern, die mir in 2007–2011 bei der Erstellung des Projekts der Konföderation behilflich waren, für die Aufmerksamkeit, die sie mir gewidmet haben, für die Kritik und Vorschläge, die sie geäußert haben.

Ich bedanke mich im Voraus bei denen, die bereitwillig dieses Projekt durchlesen, den Bratislavaer Appell zur Vereinigung aller Freimaurer unterzeichnen, ihn unter anderen Brüdern und Schwestern verbreiten, zur Diskussion über dieses Projekt und über den Sinn der neuen Freimaurerei beitragen.

Die Übersetzung der Texte dieser Webseiten wurde zum Teil (15%) von einem Bruder finanziert, der unbekannt bleiben möchte. Im Namen aller Freimaurer danke ich ihm tausendmal für die Reinheit seiner Absichten und seine Freigebigkeit.

Wenn Sie Ihren Beitrag leisten möchten, bedanke ich mich im Voraus für Ihre Spende.

Die Sicherheit der Zahlung wird mit dem PayPal-System gewährleistet.



Mains

 

 

G. Dokumentation

St_Germain_en_Laye_-_LBF_-_cusson_-_bois_11. FREIMAUREREI: SAGTEN SIE „UNIVERSAL“ von Julian Rees ?  

2. Andersonsche Konstitution und ihre Änderungen:

Andersons und Desaguliers Konstitution von 1723, Kapitel 1:


1723: Der Maurer ist durch seinen Beruf verbunden dem Sittengesetz zu gehorchen, und wenn er seine Kunst recht versteht, wird er weder ein Atheist aus Einfalt noch ein religionsfeindlicher Wüstling sein. Aber obgleich in alten Zeiten die Maurer verpflichtet waren, in jedem Land von der jeweiligen Religion des Landes oder der Nation zu sein, so hält man doch jetzt für ratsam, sie bloß zu der Religion zu verpflichten, in welcher alle Menschen übereinstimmen und jedem seine besondere Meinung zu lassen, das heißt, sie sollen gute und wahrhafte Männer sein, Männer von Ehre und Rechtschaffenheit, durch was für Sekten und Glaubensmeinungen sie sich auch sonst unterscheiden mögen. Hierdurch wird die Maurerei ein Mittelpunkt der Vereinigung und ein Mittel, treue Freundschaft unter Personen zu stiften, welche sonst in ständiger Entfernung voneinander hätten bleiben müssen.

1738 gab Pastor Anderson die zweite Fassung seiner Konstitution heraus, deren 1. Kapitel die Einstellung der Freimaurer zur Religion ein wenig ändert. Die Religion wird hier nicht mit dem Christentum identifiziert, sondern mit Noachismus, der sich auf Noe beruft und für „natürliche Religion“ gehalten wird, die die Unterschiedlichkeiten der einzelnen Religionen übersteigt, also für die ganze Menschheit bestimmt ist. Diese „natürliche Religion“ war im 18. Jh. ein übliches Thema der Aufklärer.

Der Maurer ist durch seinen Beruf verbunden, das Sittengesetz zu achten wie ein echter Noachide, und wenn er seine Kunst recht versteht, wird er weder ein dummer Atheist noch ein Freigeist ohne Religion sein, noch gegen sein Gewissen handeln. In alten Zeiten waren die Maurer verpflichtet, in jedem Land von der jeweiligen Religion des Landes oder der Nation zu sein. Die Maurerei existiert aber in allen Ländern, auch in den Ländern mit unterschiedlichen Religionen, und so ist der Maurer jetzt nur mehr zu der Religion verpflichtet, in welcher alle Menschen übereinstimmen und die jedem Bruder seine eigenen Anschauungen lässt, das heißt, sie müssen gute und redliche Menschen von Ehre und Rechtschaffenheit sein, durch welche Namen, Religionen und Bekenntnisse sie sich auch unterscheiden: denn alle stimmen sie in den drei großen Artikeln Noahs überein, genug, um den Kitt der Loge zu erhalten. Hierdurch wird die Maurerei ein Mittelpunkt der Vereinigung und ein Mittel, treue Freundschaft unter Personen zu stiften, welche sonst in ständiger Entfernung voneinander hätten bleiben müssen.

N.B.: Ironie des Schicksals? Diese Annäherung an die Religion hat nicht verhindert, dass Papst Clemens XII. in demselben Jahr seine erste päpstliche Anti-Maurer-Bulle In eminenti apostolatus specula erließ.

1742 gab die Großloge von England, auch die Loge der „Modernen“ genannt, eine neue Version der Verfassung heraus, die der ursprünglichen Konstitution von 1723 sehr nahe war.

Der Maurer ist durch seinen Beruf verbunden, das Sittengesetz zu achten, und wenn er seine Kunst recht versteht, wird er weder ein dummer Atheist noch ein Freigeist ohne Religion sein. In alten Zeiten waren die Maurer verpflichtet, in jedem Land von der jeweiligen Religion des Landes oder der Nation zu sein. Heute ist der Maurer nur mehr zu der Religion verpflichtet, in welcher alle Menschen übereinstimmen und die jedem Bruder seine eigenen Anschauungen lässt, das heißt, sie müssen gute und redliche Menschen von Ehre und Rechtschaffenheit sein, durch welche Namen und Religionen sie sich auch unterscheiden: hierdurch wird die Maurerei ein Mittelpunkt der Vereinigung und ein Mittel, treue Freundschaft unter Personen zu stiften, welche sonst in ständiger Entfernung voneinander hätten bleiben müssen.

1753 beschuldigten einige englische Logen den Orden von 1717 der „Nachlässigkeit“, die ihrer Meinung nach Ursache dafür war, dass das Interesse für die Freimaurerei nachließ, und gründeten eine konkurrierende Großloge unter dem Namen „Ancient“ (= alte, erste).

Drei Jahre später wurde der irische Freimaurer Laurence Dermot zum Sprecher dieser Vorwürfe der „Alten“ an die „Modernen“. Er veröffentlichte das Pamphlet Ahiman Rezon. Unter anderem warf er den „Modernen“ vor, dass sie aus ihren Ritualen Gebete ausließen, die in den Alten Pflichten angeführt werden und so die Freimaurerei entchristianisierten. Es ist wahr, dass die „spekulative“ Freimaurerei, die 1637 in Edinburgh erschien, das Einweihungsritual Mason word und die symbolischen Katechismen erarbeitete, die für diese Gebete keinen Raum mehr ließen, und dass Anderson 1723 die religiöse Einstellung dieser „spekulativen Maurer“ mit der „natürlichen Religion“ verglich, die er für allgemein und mehrkonfessionell hielt. Die Richtung dieser „spekulativen“ Freimaurerei, die mit Mason word begann und die „natürliche Religion“ vertrat, war jedoch nicht theologisch, sondern in erster Reihe philosophisch, was mit dem Interesse ihrer Mitglieder für die symbolische Hermeneutik zusammenhing.

1815, als Folge dieser Spannung, gab die Vereinigte Großloge von England eine neue und bisher die letzte Version der Konstitution heraus, die zur „unbezweifelbaren Grundlage“ der „freimaurerischen Rechtsgültigkeit (Regularität)“ wurde:

Der Maurer ist durch seinen Beruf verbunden, das Sittengesetz zu achten, und wenn er seine Kunst recht versteht, wird er weder ein dummer Atheist noch ein Freigeist ohne Religion sein.
Er muss besser als alle anderen verstehen, dass Gott nicht wie die Menschen sieht; weil der Mensch das Äußere sieht, während Gott das Herz betrachtet. Dem Maurer muss also besonders viel daran liegen, dass er niemals gegen sein Gewissen handelt.
Sei die Religion oder seien die religiösen Rituale des Einzelnen sehr persönlich, wenn er an den berühmten Architekten des Universums glaubt und die heiligen Sittenpflichten achtet, verbindet das feste Band der brüderlichen Liebe die Freimaurer und Menschen von Ehre jeder Religion. Sie lernen die menschlichen Fehler mit Mitgefühl zu bedenken und bemühen sich zu zeigen, dank der Reinheit ihres Verhaltens, sehr große Überlegenheit des Glaubens zu zeigen, den sie verkünden können. Hierdurch ist die Freimaurerei ein Mittelpunkt der Vereinigung der guten, wirklichen Menschen, und das glückliche Mittel, die Freundschaft unter Personen zu stärken, welche sonst in ständiger Entfernung voneinander hätten bleiben müssen.

Die meisten Freimaurer kennen nur die erste Fassung aus dem Jahre 1723 und beachten sie noch heute.

 

English :

book

 Anderson and Desaguliers Constitution, 1723, Chapter 1:

In 1723: A Mason is obliged by his Tenure, to obey the moral law; and if he rightly understands the Art, he will never be a stupid Atheist or an irreligious Libertine. But though in ancient times Masons were charged in every country to be of the religion of that country or nation, whatever it was, yet it is now thought more expedient only to oblige them to that religion in which all men agree, leaving their particular Opinions to themselves: that is, to be Good men and True, or Men of Honour and Honesty, by whatever Denomination or Persuasion they may be distinguished; whereby Masonry becomes the Centre of Union and the Means of conciliating true Friendship among persons that must have remained at a perpetual distance.

In 1738, the Rev. Anderson published a second version of his Constitution with a slightly revised viewpoint regarding Masons and religion in Chapter 1. Freemasons did not identify themselves with Christianity, but Noachism (a reference to Noah), considered a "natural religion" incorporating all humanity and spanning all individual obediences. The idea of a "natural religion" was a common theme throughout the 18th Century’s Age of Enlightenment.

A Mason is obliged by his tenure to observe the moral law as a true Noachide; and if he rightly understands the Craft, he will never be a stupid Atheist or an irreligious Libertine, nor act against conscience. In ancient Times, the Christian Masons were charged to comply with the Christian usages of each country where they travelled or worked; being found in all nations, even of divers religions. They are generally charged to adhere to that religion in which all men agree (leaving each Brother to his own particular opinions); that is, to be good men and true, men of honour and honesty, by whatever names, religions, or persuasions they may be distinguished; for they all agree in the three great articles of Noah, enough to preserve the cement of the lodge. Thus Masonry is the Centre of Union, and the happy means of conciliating persons that otherwise must have remained at a perpetual distance.

(N.B.) Isn’t this ironic? The joining together with Christianity did not prevent Pope Clement XII from launching his first anti-Masonic attack, In eminenti apostolatus specula, the same year.

In 1742, the so-called "modern" Grand Lodge of England published a new version that was very similar to the original Constitution of 1723.

A Mason is obliged by his Tenure, to obey the moral law; and if he rightly understands the Art, he will never be a stupid Atheist or an irreligious Libertine. In ancient times Masons were charged in every country to be of the religion of that country or nation, whatever it was. But today, leaving their particular Opinions to themselves, it is now thought more expedient only to oblige them to that religion in which all men agree. It consists of being Good men and True, or Men of Honour and Honesty, by whatever Denomination or Persuasion they may be distinguished; whereby Masonry becomes the Centre of Union and the Means of conciliating true Friendship among persons that must have remained at a perpetual distance.

In 1753, several British lodges that had in 1717 accused the obedience of ''negligence'' would form the root of the alienation suffered by the Freemasons, building a rival so-called "ancient" Grand Lodge.

Three years later, by making himself the spokesman for the "old" and "modern" conflict, the Irish Freemason Laurence Dermott published a pamphlet entitled Ahiman Rezon. He accused the "moderns" of removing the prayers from their rites stated in the Old Duties, and taking the Christian faith out of Masonry, among other claims. It is a fact that "speculative" Masonry made an appearance in Edinburgh around 1637, having developed a Mason Word initiation ritual and symbolic catechisms that no longer involved prayers. In 1723, Anderson had aligned the religious positions of these speculative Masons with the "natural religion" he regarded as universal and multi-confessional. But the tone of this "speculative" Masonry, inaugurated by Mason Word and a proponent of natural religion, was not theological: it was philosophical more than anything due to its members’ adhesion to a symbolic type of hermeneutics.

A Mason is obliged by his Tenure to believe firmly in the true Worship of the eternal God, as well as in all those sacred Records which the Dignitaries and Fathers of the Church have compiled and published for the Use of all good Men: So that no one who rightly understands the Art, can possibly tread in the irreligious Paths of the unhappy Libertine, or be induced to follow the arrogant Professors of Atheism or Deism; neither is he to be stained with the gross Errors of blind Superstition, but may have the Liberty of embracing what Faith he shall think proper, provided at all Times he pays a due Reverence to his Creator, and by the World deals with Honour and Honesty ever making that golden Precept the Standard-Rule of his Actions, which engages, to do unto all Man as he would they should do unto him: For the Craft, instead of entering into idle and unnecessary Disputes concerning the Different Opinions and Persuasions of Men, admits into the Fraternity all that are good and true; whereby it hath brought about the Means of Reconciliation amongst Persons, who, without that Assistance, would have remained at perpetual Variance.

As a result of these tensions, in 1815 the United Grand Lodge of England published a new, and to date, the latest version of the Constitution that became the "indisputable basis" of the "Masonic order":

 

A Mason is obliged, by his tenure, to obey the moral law; and if he rightly understands the art he will never be a stupid Atheist or an irreligious Libertine. He, of all men, should best understand that God seeth not as man seeth; for man looketh at the outward appearance, but God looketh to the heart. A Mason is, therefore, particularly bound never to act against the dictates of his conscience. Let a man's religion or mode of worship be what it may, he is not excluded from the order provided he believe in the Great Architect of heaven and earth, and practise the sacred duties of morality, the strong bond and sweet brotherly love unites Masons and virtuous men of all faiths. They learn to consider human error with compassion and try to demonstrate, through the purity of their conduct, the high superiority of faith that they profess. Thus Masonry is the centre of union between good and true men, and a happy means to reconcile friendship between those who should otherwise remain far apart from each other.

Most Freemasons only know the first version from 1723 and still respect it today.

3. Projekts Konföderation

 

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Noten

1 Einen kodierten Text zu entziffern ist anstrengend und diese Anstrengung hilft, seinen Sinn besser zu verstehen. Die Alchemisten haben aus denselben Gründen verfahren. Umberto Ecco öffnet sein geniales Foucaultsche Pendel, „den größten, am wenigsten gelesenen Bestseller der Welt“, mit einem Zitat von Heinrich Cornelius Agrippa von Nettesheim De occulta philosophia, das es bestätigt: „Für euch, Kinder der Wissenschaft und der Weisheit, haben wir dieses geschrieben. Erforschet das Buch und suchet euch unsere Ansicht zusammen, die wir verstreut und an mehreren Orten dargetan haben; was euch an einem Orte verborgen bleibt, das haben wir an einem anderen offengelegt, damit es fassbar werde für eure Weisheit." 

2Die „offenen Orden“ sind für alle zugänglich, die die Ideale der Freimaurerei achten, aber sie mit absoluter Meinungsfreiheit durchsetzen wollen. Die „geschlossenen“ oder „vorbehaltenen“ Orden stehen auf denselben Fundamenten, richten sich aber nach fast unwandelbaren Regeln und nehmen nur solche neue Mitglieder auf, die diese Regeln nicht anzweifeln. Muss man erklären, dass diese Teilung keine Beurteilung enthält? Soll die Gesellschaft lebensfähig sein, braucht sie sowohl „konservative“ als auch „progressive“ Mitglieder. Die Erhaltung von Traditionen ist ebenso wichtig wie die Fähigkeit der Erneuerung. Hinsichtlich der Freimaurerei und der Länder, in denen sie tätig ist, haben beide Ansätze ihren Platz und sollten zusammenleben können.

3 Diese Organisationen existieren anderswo und jeder kann ihr Mitglied werden, ohne dass er durch die Freimaurerei geht. Bemerkung für alle Fälle: die Initiationsnatur der Freimaurerei schließt weder die Wohltätigkeit noch den Überblick über gesellschaftliche Fragen aus, weil sich alle an dem Einweihungsverfahren beteiligen können (ausführlicher zu dieser Meinung im weiteren Text).

4Zwei Richtungen der Freimaurerei zu vereinen heißt dabei nicht, dass die Konföderation jede Gruppe annehmen muss, die sich mit dem Namen „Freimaurerei“ rühmt, ohne dass sie etwas mit der europäischen Einweihungstradition gemeinsam hätte: siehe weiter im Kapitel über die Mitgliedschaft.