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Während der letzten 40 Jahre verlor die Freimaurerei in den Vereinigten Staaten mehr als 50 % ihrer Mitglieder.

In Frankreich und auch anderswo in Europa stieg die Zahl der Freimaurer, aber Meinungsverschiedenheiten aller Art sind alltäglich. Sie laufen den Gründen für unser Engagement in dieser Bewegung zuwider. Der Einfluss der Freimaurerei auf die Gesellschaft sinkt überall.

Ich möchte Sie dazu einladen, die Bedeutung und die Rolle unserer Bewegung auf dieser Web Seite zu diskutieren.

Einleitung

Die Freimaurerei ist eine Methode der Einleitung, die einige Menschen mit einer Religion verwechseln, andere wiederum mit einer politischen Bewegung, oder einer Möglichkeit sich mit Freunden zu treffen um zu philosophieren. Manche halten die Freimaurerei für eine Wohltätigkeitsorganisation. Für viele Freimaurer ist sie aber in erster Linie, wenn nicht auschliesslich, ein Moralsystem, das zwar verschleiert ist, aber durch Allegorie auch eindeutigt, und welches durch Symbole dargestellt wird. All diese Schritte sind ehrbar und teilweise die Rolle der Freimaurerei reflektieren, aber sie wurde nicht nur, oder in erster Linie, für diesen Zweck geschaffen.

 

  • Wenn sich die Freimaurerei mit einer Versamlung von Gläubigen idefiziert, hört sie auf, einzigartig und unersetzlich zu sein.
  • Wenn sie versucht, die Rolle einer politischen Partei, oder einer Gewerkschaft zu spielen, dann kann sie nicht ihrer eigentümlichen Aufgabe nachkommen. Auch fehlen ihr die passenden Werkzeuge, in diesen Bereichen wirklich effektiv zu sein.
  • Ihre bestehenden Regeln verhindern, dass sie sich auf ein wirklich geeigneten Debattierclub transformiert.
  • Indem sie sich auf die Mildtätigkeit begrenzt, wird sie von NGOs und anderen Wohltätigkeitsorganisationen überholt.
  • Mit einem "hohen moralischen Wert" als Bedingung für die Zulassung zur Frei-maurerei ist es denkbar, dass die Arbeit in der Loge dazu dient, sie zu entwi-ckeln, aber die grundsätzliche Anderson's Constitution gibt ihr auch noch andere Aufgaben.
  • Einige der Logen, die die Freimaurerei zu einen Instrument zur Förderung der privaten Interessen transformieren, betrügen ihre Ideale.

Die Freimaurerei bietet ihren Mitgliedern sicherlich eine spirituelle und morali-sche Perspektive, die aber nicht notwendigerweise religiöse ist. Sie ermutigt ihre Adepte sich mehr in deren Gemeinde zu engagieren, sie ist aber kein Ersatz für die Parteien, Gewerkschaften, Vereine oder für die Universität. Sie soll auch keine Interessengemeinschaft sein. Solch eine Verwirrungen reduzieren die Bedeutung der Freimaurerei und es ist nicht überraschend, dass sie in den letzten 40 Jahren mehr als die Hälfte ihrer Mitglieder verlor – besonders in den Vereinigten Staaten. (1)

Ihr schwindender Anreiz liegt aber nicht nur an solchen Verständnisfehlern, oder an dem angeblich sich verringernden Interesse an Spiritualität in der westlichen Gesellschaft. Wenn dies wirklich so wäre, wären die religiose Sekten und andere neue Wege zur Transzendenz nicht so beliebt, wie es in der USA der Fall ist.

Wir dürfen nicht vergessen, dass fast gleichzeitg mit Gründung der modernen Freimaurerei in1723, die Befürworter zentralistischer und autoritärer Gedanken ihre Feindschaft, sogar ihren Hass, gegenüber der humanistischen und egalitären Natur und dem freidenkenden Geist der Freimaurerei ausdrückten. Die erste päpstliche Bulle ist von 1738 ... gefolgt von über zwei Jahrhunderten der Versuche der Verleumdung und Destabilisierung der Freimaurerei, die sein Bild noch weiter verwischten. In Europa niemand vergisst die Angriffe auf Freimaurer und an ihre Verfolgung durch die Nazis und die Kommunisten des Sowjetblocks. So ist es nicht überraschend, dass Uneingeweihte, manchmal sogar die Freimaurer selbst, nicht länger die tiefe Bedeutung und den besonderen Sinn dieser Bewegung verstehen.

Die moderne Freimaurerei ladet ihre Mitglieder an sich selbst zu arbeiten und für die Menschheit die Aufgaben zu übernehmen die von keiner anderen Organisation erfült sein können. Sie bietet ihren Adepten eine besondere Methode der Einleitung. Um aber festzustellen, ob die Freimaurerei auch im 21. Jahrhundert noch sinnvoll ist, man muss zu ihren Grundlagen zurückkehren.

 

15.–18. Jahrhundert: Schlüsselzeit in der westlichen Geschichte

Um die Bedeutung der Freimaurerei in der heutigen Welt zu verstehen, muss man sich zunächst die Umstände ihrer Entstehung vor drei Jahrhunderten vergegenwärtigen.

Die moderne Freimaurerei entstand während einer Zeit des Umbruchs der europäischen Zivilisation, als vier Logen in London es als nützlich, sogar als notwendig erachteten, sich zu verbinden und die traditionelle freimaurerische Initiation mit modernisierten Inhalten zu verknüpfen.

  • Während der Renaissance im 15. und 16. Jahrhundert entdeckte Europa die mächtige, antike griechisch-römische Kultur wieder.
  • Der technologische Sprung der überseeischen Schifffahrt verband die Kontinente und führte zur Entdeckung neuer Länder. Zur selben Zeit entwickelte sich der Handel in Europa durch das Postwesen, welches im 15. Jahrhundert für das Militär und die Verwaltungskorrespondenz geschaffen, später auch für die Privatpost geöffnet wurde. Die Erfindung und Verbreitung des Buchdrucks hat diesen Austausch bereichert und vorangetrieben.
  • Währenddessen erlebten die Wissenschaften eine radikale Entwicklung und es entstanden neue Disziplinen die die Evolution des Lebens auf Erden une die Geschichte der Menschheit seit ihrer Geburt studierten, verschiedene Zivilisationen vergleichten usw. Die Forschung überwand viele Vorurteile, ihre Methoden wurden verlässlicher und die Ergebnisse überprüfbar.
  • All diese Fortschritte vermehrten das Wissen über vergangene und gegenwärtige Zivilisationen weltweit, und legten den Grundstein für ein besseres Verständnis, sowohl zwischen Individuen als auch entfernten Kulturen.

 

Der Erwerb dieses Wissens führte unter anderem zur Schaffung der Enzyklopädie.

Dieser Reichtum an Informationen und Erfahrungen, sowohl persönlichen als gemeinsamen, war bis dahin in der Geschichte beispiellos und ermöglichte einen großen Sprung im Studium der Menschheit, deren Platz im Universum, und des Universums selbst. Er schaffte das Fundament für eine neue Entwicklungsstufe der Welt.

 

Die Geburt einer weltweiten Zivilisation

Bis zu dieser Zeit waren die Menschen in Familien, Clans, Stämme, Dörfer, Länder und verschiedene andere, durch Raum und Zeit begrenzte Gruppen eingeteilt, doch nun begannen sie sich selbst als Teil der globalen wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Einheiten zu sehen. Diese Ansicht löste nicht die oben genannten Untergruppen auf, sie zeigte auch, dass Männer und Frauen ebenso Teil der Menschheit sind – einem Organismus in dem alle Menschen Teil eines größeren Ganzen sind. Dieses neue Konzept der „Humanität“, das allmählich in die „greifbare“ Realität sickerte, führte zur „Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte“ im 18. Jahrhundert, und im 19. Jahrhundert zur „Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte“ die das Individuum unter den Schutz der gesamten Gemeinschaft stellte. Im 20. Jahrhundert entstanden übernationale Gerichte, die seither „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ richten. Heute versucht Frankreich, die UNO dazu zu bringen, die Allgemeine Erklärung der Menschheitrechte zu akzeptieren. Was wird der nächste Ausdruck dieser Philosophie sein?

 

Methoden für den Aufbau einer weltweiten Zivilisation

pont-londresDie Bildung einer weltumfassenden Gesellschaft kann entweder durch die Herrschaft eines Volkes, oder einer Zivilisation über andere entstehen, oder durch den Aufbau einer multikulturellen Gemeinschaft die auf dem Respekt für Unterschiede basiert. Die erste Methode existiert seit dem Anbeginn der Zeit in Clans, Ländern und Religionen, und setzt sich auch weiter fort. Die zweite Methode kann man deutlich seltener beobachten.

Die Autoren der Andersonschen Konstitution scheinen überzeugt gewesen zu sein, dass das Teilen und Zusammenführen des Potentials der Menschheit in all seiner Vielfalt eine Grundvoraussetzung für den Erfolg der „Globalisierung“ ist. 

Wie haben sie das ausgedrückt? Wie kann deren Vermächtnis zum Erfolg der friedlichen Gründung einer multikulturellen globalen Zivilisation beitragen?

Die Begründer der modernen Freimaurerei waren einige der intellektuell aufgeklärtesten Denker ihrer Zeit. Viele von Ihnen gehörten zur Royal Society of London for Improving Natural Knowledge (Königliche Gesellschaft von London zur Förderung des natürlichen Wissens). Sie waren Wissenschaftler und Philosophen und sie lebten während der Zeit der französischen Aufklärung. Sie hatten das Gespür und höchstwahrscheinlich auch die Mittel, rationell den Geist dieser Zeit zu verstehen und ihn in Aktion umzuwandeln. Es ist fast so, als ob die Methode der Initiation im 20. Jahrhundert von Einstein, Bergson, Freud, Marie Curie, Ghandi und einigen anderen ihrer Kollegen neu gestaltet wurde …

Um den wundervollen Reichtum des Wissens, den die früheren Generationen gesammelt haben, zu erhalten, und ihn einer größtmöglichen Zahl ihrer Zeitgenossen und Nachfolger zugänglich zu machen, verarbeiteten sie diese Kenntnisse in Ritualen und Symbolen, welche durch die besonderen Regeln eines Initiationssystems zusammengehalten werden. Sie betrachteten dieses Wissen, diese Meinungen und Praktiken nicht aus einer historischen Perspektive. Sie ordneten sie auch nicht in einer logischen Form an, sondern benutzten eine bildhafte Darstellung die man sich leicht einprägen kann. Im Unterschied zu den „echten“ Enzyklopädien beschreiben freimaurerische Symbole und Rituale das Wissen nicht. Ihre Autoren beschränken sich darauf, Kenntnisse zu erwähnen und Verknüpfungen zwischen ihnen und zu anderen Zivilisationen zu schaffen. Zusätzlich enthalten die Rituale und Symbole Anweisungen, wie man all dieses Wissen anwenden sollte, um eine „neue Menschlichkeit“ zu verwirklichen.

Die Ursprünge der freimaurerischen Symbole, Riten und Rituale sind überraschend vielfältig. Auf den ersten Blick könnte die Vermischung der ägyptischen, griechischen und römischen Kulturen, der jüdischen und christlichen Religionen, der Methode der Initiation von Alchemisten und Templern, sowie die Vereinigung der "operativen" und  „spekulativen“ Freimaurer, zu einem Kaleidoskop von Widersprüchen führen. Unsere gelehrten Vorgänger waren sicherlich in der Lage ein einheitliches System bauen, ohne eine solche wilde Mixtur zu erzeugen, ohne Anachronismen und ohne offensichtliche Widersprüche. Warum also war es in ihren Augen notwendig, uns ihre Vision der Welt auf diese Art zu zeigen, die den Erwerb eines interpretativen Rahmens voraussetzt, um Symbolen im Kontext ihrer Verwendung Werte zuzuweisen? 

Die Antwort auf diese Frage liegt in der freimaurerischen Praxis. Was oben beschrieben wurde, hört sich sehr kompliziert an, funktioniert durch die Initiation   in der Tempelarbeit jedoch, ohne dass alle Teilnehmer zwingend jedes einzelne Detail zu deuten wissen.

Die Freimaurerei von heute ist eine Art „verdichtete universelle Enzyklopädie“. Die Entschlüsselung dieses Wissens verlangt erheblichen Aufwand von den Adepten. Es ist nicht erforderlich das gesamte Wissen zu besitzen, das in den Ritualen und Symbolen verborgen liegt; jeder kann bereits mit den Informationen arbeiten, die sich ihm durch seinen Kenntnisstand und seine Erfahrung erschließen. Das Eintauchen in die Atmosphäre der Loge ermutigt jedoch zum Studium unterschiedlichster Ideen, von denen einige weit von den Erfahrungen entfernt sind, denen Freimaurer im täglichen Leben begegnen. So lernen sie relativ schnell die Symbole zu entziffern, unterschiedlichste Meinungen wahrzunehmen, und sogar jene zu tolerieren, die ihrer eigenen Überzeugung entgegenstehen. Keinesfalls heißt das, Freimaurer würden andere Meinungen teilnahmslos akzeptieren, oder ihre eigene Persönlichkeit verleugnen. Ganz im Gegenteil. Die resultierenden Diskussionen dienen als gutes Training, die eigene Meinung zu vertreten und diese klar zum Ausdruck zu bringen, ohne allerdings zu versuchen sie anderen aufzuzwingen. Dieses Erweitern des eigenen Horizonts fördert das Vorstellungsvermögen. Im weiteren Sinne hilft die freimaurerische Initiation zu verstehen, dass alles auf der Welt miteinander verbunden ist – bis hin zu gegenseitiger Abhängigkeit.

Die Begründer der heutigen Freimaurerei waren als Ökologen ihrer Zeit weit voraus. Sie haben bereits im 18. Jahrhundert die großen Zusammenhänge zwischen allen Lebensformen unseres Planeten erkannt.

 

Toleranz, Freiheit des Geistes, Brüderlichkeit

pont-timurDie Mitglieder der vier Londoner Logen waren alle loyale Untertanen Ihrer Majestät und gute protestantische Gläubige, aber aus den bereits angegebenen Gründen hatten sie das Bedürfnis nach einer absoluten Freiheit des Gewissens. Der erste Paragraph der Andersonschen Konstitution, den sie verfassten, drückt diesen Anspruch eindeutig aus:

Der Maurer ist als Maurer verpflichtet, dem Sittengesetz zu gehorchen; und wenn er die Kunst recht versteht, wird er weder ein engstirniger Gottesleugner, noch ein bindungsloser Freigeist sein. In alten Zeiten waren die Maurer in jedem Land zwar verpflichtet, der Religion anzugehören, die in ihrem Lande oder Volke galt, heute jedoch hält man es für ratsamer, sie nur zu der Religion zu verpflichten, in der alle Menschen übereinstimmen, und jedem seine besonderen Überzeugungen selbst zu belassen. Sie sollen also gute und redliche Männer sein, von Ehre und Anstand, ohne Rücksicht auf ihr Bekenntnis oder darauf, welche Überzeugungen sie sonst vertreten mögen. So wird die Freimaurerei zu einer Stätte der Einigung und zu einem Mittel, wahre Freundschaft unter Menschen zu stiften, die einander sonst ständig fremd geblieben wären.

Natürlich bezieht sich die Aussage „...sie nur zu der Religion zu verpflichten, in der alle Menschen übereinstimmen“ nicht auf eine Kirche oder einen metaphysischen Glauben, denn diese sind nicht allen Menschen gleich bedeutend. Die Begründer der modernen Freimaurerei glaubten, dass der sittliche Anspruch universell wäre, nach dem alle Maurer „gute und redliche Männer …, von Ehre und Anstand“ sein sollen. Dieser scheint Bestand zu haben, sowohl basierend auf dem Überlebensinstinkt, als auch auf dem Bedürfnis, mit anderen zusammen zu leben. Er ermutigt zur Zusammenarbeit und verbietet anderen Schaden zuzufügen, zumindest unter „normalen“ Lebensumständen.

Um die Vernetzung aller Menschen „greifbar“ zu machen und „zusammenzuführen, was verstreut ist“, formten sie das Konzept einer „Universellen Bruderschaft“. Sie wollten die Freimaurer als Ausgangspunkt und Zentrum der Vereinigung dieser neuen Menschlichkeit.

Diese Männer waren wirklich zu bewundern. Nach all diesen endlosen Kriegen war es eine revolutionäre Idee, alle Menschen als Brüder zu betrachten und vorurteilsfrei mit ihnen zu verkehren.

Obgleich viele Religionen auf der Idee der Brüderlichkeit basieren, unterscheiden sie sich doch von der zwischen Freimaurern gelebten Brüderlichkeit in mehreren Punkten:

  • Die religiöse Bruderschaft ist immer „vertikal“, denn sie sieht die Menschen als Kinder eines höheren Wesens, ihres Schöpfers.
  • Dass alle vom selben allmächtigen Vater stammen ist beruhigend.
  • Die daraus resultierende Bruderschaft basiert auf der Unterwerfung unter diesen Vater, und sogar gegenüber denjenigen die ihn vertreten.
  • Sie ist gleichbedeutend mit Liebe, die ebenso wie innerhalb einer Familie, auch zwischen den Kirchenmitgliedern herrschen sollte.
  • In der Religion ist die Brüderlichkeit fast immer auf ihre Anhänger, und nur auf sie, begrenzt.
  • Einige Kirchen versuchten sogar Ungläubigen ihren Glauben mit Feuer und Schwert aufzuzwingen, was ein nicht sehr geeignetes Mittel ist, Liebe und Brüderlichkeit zu verbreiten.

 

  • Die freimaurerische Bruderschaft ist „horizontal“. Sie entspringt aus einer individuellen Entscheidung, andere als seine Brüder anzuerkennen, und umgekehrt, von diesen auch als Bruder betrachtet zu werden.
  • Von vorneherein misstraut der Mensch all denen, die anders als er selbst sind. Sich freiwillig dafür zu entscheiden, andere, alle anderen, direkt und ohne fremde Beeinflussung, als Brüder zu betrachten, erfordert große Anstrengung. Die „freimaurerische Methode“ bereitet die „Eingeweihten“ darauf vor, und stellt ihnen das nötige Werkzeug zur Verfügung.
  • Die daraus resultierende Bruderschaft basiert auf Freiheit.
  • Sie ist nicht nur Liebe, sondern ein festes Band. Es geht um das Verständnis und das Gefühl, wie Menschen sowohl miteinander, als auch mit allem das sie umgibt, verwoben sind. Die tief verwurzelte Natur dieser Beziehung kann man sowohl in der Beobachtung der Natur im Allgemeinen, sowie in den verschiedenen Entwicklungsstadien menschlicher Föten erkennen. Im 19. Jahrhundert wurde diese Verbindung durch Darwins Evolutionstheorie der Arten bewiesen, dann ein Jahrhundert später, durch die Ökologie neu, sogar noch stärker bestätigt.
  • Aktuelle wissenschaftliche Beobachtungen veranschaulichen, dass Vielfalt eine notwendige Voraussetzung für die Entwicklung und Erhaltung des Lebens auf der Erde ist. Die Begründer der modernen Freimaurerei erfassten intuitiv die grundlegende Bedeutung von Vielfalt. Ihr Konzept der „Universellen Bruderschaft“ lehrt das Verständnis für alle Weltanschauungen, und, im Zusammenhang mit den bereits erwähnten Theorien der Entwicklung, den Respekt für alle Formen des Lebens.
  • Die Freimaurer versuchten niemals jemanden zur Mitgliedschaft in ihrer Bewegung zu nötigen. Alle „ehrenhaften Menschen“ sollten aufgenommen werden, jedoch nur aus freiem Willen.

Die religiöse und die freimaurerische Bruderschaft schließen sich nicht gegenseitig aus, sie spielen nur unterschiedliche Rollen.

Der Mensch muss die Fähigkeit besitzen, einerseits unabhängig zu sein, andererseits auch, sich unterzuordnen. Die Unabhängigkeit des Verstandes hilft ihm zu lernen, zu verstehen und ein kritisches Auge zu entwickeln. Seine Wechselbeziehung mit anderen und das Bedürfnis in Gesellschaft zu leben, zwingt ihn aber manchmal zur Unterordnung. Die Gesellschaft befähigt ihn zu überleben, sein Wissen mit anderen zu vergleichen um dessen Gültigkeit sicherzustellen, um es zu bereichern und es nutzbar zu machen. Schließlich hilft ihm diese doppelte Natur, einerseits die des Individuums und auch die als Bestandteil unterschiedlicher Gruppen, zwischen manchmal widersprüchlichen Meinungen und Interessen (seinen und denen der Gesellschaft) zu wählen, und dann entsprechend zu handeln. Diese widersprüchlichen und ergänzenden, anscheinend unvereinbaren, Qualitäten können wechselseitig nebeneinander bestehen.

 

Moralische Anforderungen

pont-sanfransiscoDie Freimaurerei ist eine Weltanschauung, eine initiatorische Methode des Lernens, sowie eine moralische Anforderung. Ihre Begründer waren sich bewusst, dass, um das richtige Ziel zu erreichen, ihre Sache auf „Werten“ beruhen und von diesen Werten eingefasst sein sollte. 

Die Werte der modernen Freimaurerei entstammen säkularer und religiöser Moral, größtenteils protestantisch, aus dem England des 17. und 18. Jahrhunderts. Diese wurden durch andere Beiträge ergänzt. Unsere Vorfahren waren gute Untertanen Ihrer Majestät und größtenteils treue Gläubige, die sich der Gültigkeit ihrer Überzeugungen bewusst, aber trotzdem in der Lage waren, ihre Meinungen kritisch zu betrachten. Sie gaben zu, dass sich die Freimaurerei in unterschiedlichen Ländern auch unterschiedlich entwickeln, verändern und sich den Gegebenheiten anpassen könnte. Sie wussten, falls der „feste Punkt“ des Archimedes notwendig wäre um „die Erde aus den Angeln zu heben“, dieser "Punkt" aber an verschiedenen Orten gefunden werden könnte.

Richtig gehandhabt schließt das freimaurerische Konzept jeden Dogmatismus aus. Ganz im Gegenteil verschreibt sich die moderne Freimaurerei seit ihren Anfängen der Vielfältigkeit, da jeder Freimaurer, jede Loge, jede Obödienz und jedes Land den Inhalt entsprechend der persönlichen und kollektiven Kultur begreift. Die Andersonsche Konstitution fördert Respekt und Toleranz. Einer der Schlüssel dieses Systems liegt in dem Symbol des "Musivisches Pflasters" (des schwarz-weißen Bodenbelags der Loge).

 

Fazit

pont-bratislava2Begonnen während der Renaissance, bestärkt im 17. Jahrhundert, bestätigt im 18. Jahrhundert, wird der Zusammenschluss der Welt bis heute und noch morgen fortgesetzt. Die Länder befinden heutzutage im Zwiespalt zwischen friedlichem zusammen Leben und Eroberung. Sie versuchen, friedlich miteinander zu arbeiten, bewaffnen sich aber bis zu dem Punkt, an dem sie in der Lage sind, die ganze Menschheit auszulöschen. Einige glauben, dass sie in der Lage sind, anderen ihre Herrschaft durch Einschüchterung aufzuzwingen, ohne dabei als Äußerstes einen Weltkrieg auszulösen. Diese Seiltänzer riskieren es, die Menschheit mit sich in den Abgrund zu reißen.

Solche Aufrüstung ist maßlos bis zur Verrücktheit. Selbst wenn es einer Supermacht gelingen sollte, Kontrolle über die Welt zu erlangen, wären die Probleme, eine globale Zivilisation aufzubauen derart komplex, dass eine einzelne Nation oder eine kleine Gruppe von Staaten, egal wie stark sie wären, diese nicht in den Griff bekäme. Am Beispiel vieler großer Weltreiche kann man sehen, wie eine einzige Vision diese zum Untergang verdammte. Die Schwierigkeit liegt nicht nur in der Vielzahl der Gegebenheiten die zu berücksichtigen sind, sondern auch in der unglaublichen Vielfältigkeit der Menschen, die es ihnen erlaubt, sich fast jeder Bedingung anzupassen und zu überleben. Diese Vielseitigkeit ist ein Widerklang des Lebensinstinkts unserer Spezies und es ist der Grund warum jede Gemeinschaft vehement die ihr eigene Besonderheit verteidigt.

Die freimaurerische Initiation öffnet den Geist für die Vielfalt, für Toleranz, Respekt und Menschenliebe gegenüber  Anderen. Sie versetzt uns in die Lage, uns von Vorurteilen zu befreien, und uns vorzustellen, unseren Lebensstil, der uns hemmt, grundlegend neu zu gestalten. Daher ist die moderne Freimaurerei der Beginn einer neuen Zivilisation.

Als die Vielfalt der Kulturen für das Überleben der Menschheit ebenso wichtig wie Artenvielfalt ist, ist die Freimaurerei noch immer aktuell. Sind wir uns dieser Tatsache klar bewusst? Sind wir dieses Erbe würdig? Haben wir es nicht vergeudet oder verraten?

Diese Webseite lädt Sie dazu ein, über diese Fragen nachzudenken und Ihre Meinung zu äußern. Die vorgeschlagene Weltföderation aller Freimaurerorden trägt zu dieser Debatte bei. Sie will keinen „Super-Orden“ schaffen, führt aber dazu, dass die Arbeit, die ihre Begründer im Geiste der Toleranz begonnen haben, fortgeführt wird. Die Staaten die oft Feinde waren haben die Organisation der Vereinten Nationen gegründet. Die Freimaurer haben nie kein Krieg geführt: sie sollten also eine "Weltföderation" schaffen können.

Die Föderation ist nur einer der möglichen Wege, dieses Ziel zu erreichen. 

(1) «Wir müssen absolut klar sein, wenn wir unser Pure Antient Masonry besprechen, dass wir zu einer weltlichen Organisation gehören, also einer nichtreligiösen Organisation. (...) Freimaurerei selbst, wie wir alle wissen, ist weder ein Ersatz noch eine Alternative zur Religion. (...) Die Tatsache, dass sich Männer aus verschiedenen Glaubensrichtungen leicht in Harmonie und Freundschaft treffen können, ohne ihre besonderen Religionsüberzeugungen zu beeinträchtigen, zeigt, dass eine der größten Stärken des Handwerks, die aus ihren frühesten Anfängen stammt, die der Toleranz ist. »

Vierteljährliche Kommunikation Reden - September 2011 - Stellvertretender Großmeister Jonathan Spence Adresse.

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Mit brüderlichen Grüße
Peter Bu

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int(3600)

Die Königliche Kunst fordert uns auf, eine Brücke zu errichten

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