Das Projekt der Konföderation ist ein Versuch, eine praktische Organisation von Verhältnissen zwischen allen Freimaurerorden vorzuschlagen, sodass Folgendes ausgeschlossen wird:

  • Machtkampf,

  • Vorherrschaft einer Bewegung über die andere,

  • Einmischung in die internen Angelegenheiten der Orden.Die Gründung und Tätigkeit der Konföderation würde an dem heutigen Stand der Orden oder den gegenseitigen Verhältnissen nichts ändern, vorausgesetzt, sie basieren auf einer Vereinbarung.

Die Konföderation will keinen „Super-Orden“ schaffen, führt aber dazu, dass die Arbeit, die ihre Begründer im Geiste der Toleranz begonnen haben, fortgeführt wird. Die Staaten die oft Feinde waren haben die Organisation der Vereinten Nationen gegründet. Die Freimaurer haben nie kein Krieg geführt: sie sollten also eine "Weltföderation" schaffen können.

Der Entwurf des Projektes erfordert keine übermäßige Bürokratie.

Dieser Entwurf der Konföderationist nur ein theoretisches Modell. Wird diese "Maschine" auch tatsächlich konstruiert? Wird sie fliegen oder zumindest kriechen können? Das hängt von der freimaurerischen Aufrichtigkeit der Brüder und der Fähigkeit der Orden ab.

Unterzeichnen Sie bitte diesen Appell, um sie dazu zu veranlassen hier.

1. Reaktion auf die Bedürfnisse unserer Zeit

Die heutige Freimaurerei wurde in der Zeit der Aufklärung, in der Zeit von grundsätzlichen Veränderungen der westlichen Zivilisation und der Welt geboren. Ihre Gründer, zu denen mehrere bedeutende Wissenschaftler gehörten, verstanden, dass die Kenntnisse der vorherigen Jahrhunderte gesammelt werden sollten, um sich dadurch inspirieren zu lassen und der Entstehung einer neuen Zivilisation zu helfen.

Um diesen Beitrag leisten zu können, entschieden sie sich, eine Konföderation ihrer Logen zu gründen und ihre Einweihungsverfahren zu überarbeiten.

Sie wurden inspiriert von dem Erbe der englischen und schottischen Freimaurerei, von dem Vermächtnis der französischen und deutschen Baumeister, von den Beiträgen anderer Kulturen und von den vorherigen Zivilisationen … und wahrscheinlich auch von dem Werk des tschechischen Denkers Komenius. Sie haben sie durch das Prisma ihrer religiösen, moralischen, sozialen und politischen Überzeugungen sowie durch ihre Ansichten, die aus ihrer Forschung in der Königlichen Akademie der Wissenschaften hervorgehen, geprüft. Das Ergebnis ihrer Arbeit ist eine gewisse Enzyklopädie der Erkenntnisse der Menschheit, konzentriert und kodiert in einer Form von Ritualen und Symbolen. Die vier Londoner Logen sind also nicht treue Kopien ihrer mittelalterlichen Vorfahren, sondern sie haben sich transformiert, um mit der Zeit gehen zu können.

Die Menschheit befindet sich zurzeit in einer anderen radikalen Entwicklungsphase, die die ganze Welt betrifft und die noch komplizierter als zu Zeiten der Aufklärung ist. Weder Wissenschaftler noch Philosophen, noch andere Denker können sich mehr auf eine einheitliche Anschauung der Welt und des Universums stützen. Das heißt, wenn wir die Hoffnung in die Fähigkeit der Menschheit bewahren wollen, den Herausforderungen hinsichtlich des ökologischen und demographischen Drucks und der "Globalisierung" trotzen wollen, ist auf allen Gebieten die Meinungsfreiheit und Vielseitigkeit der Ansätze vorzuziehen. Die zweite Voraussetzung zum Erfolg ist die Zusammenarbeit der Träger dieser Hoffnung.

Die Freimaurerei ist eine Lehre über die Suche der Einheit. Einheit des Menschen mit dem, was über ihn hinausgeht, und umgekehrt. Hermes Trismegistos schrieb auf dem Smaragdbrett: Das was oben ist, ist dasselbe wie das was unten ist, damit die Wunder der Einzigen Sache erreicht werden ... Die Notwendigkeit der Einheit in der heutigen Welt steht nicht im Widerspruch zu diesem uralten Sinn der Initiation, sondern erläutert ihn aus einer anderen Sicht.

Die Geschichte der neuen Freimaurerei befürwortet die Vielfalt der Orden und ihre Vereinigung.

2. Vorgeschlagenes Verfahren

Das im weiteren Text präsentierte Projekt der Konföderation ist ein Versuch, eine Organisation zu schaffen, die es allen Orden ermöglicht, einander besser kennenzulernen, gleich zu behandeln und an der Errichtung der Brücke teilzunehmen, die sie verbindet.

Die erste Voraussetzung zum Erfolg dieses Versuchs ist es, nicht mit der Erklärung zu beginnen, ob der eine oder der andere Orden "den einzigen geltenden Regeln" entspricht, sondern es als eine Selbstverständlichkeit zu akzeptieren, dass sich die Freimaurerei im Laufe der Zeit entwickelt hat und sich auch weiterhin entwickeln wird.1Im Gegenteil, die oft kritisierte Vielfalt der freimaurerischen Bewegungen kann als positiv betrachtet werden. Sie unterstützt die Vielfalt der Ansätze, die ebenso wie die Biodiversität für die Erhaltung vom Leben auf der Erde notwendig ist.

Erst dann, wenn sich die Orden besser kennenlernen und sich gegenseitig anerkennen, kommen die meisten Mitglieder aller Orden zu dem Schluss, dass es unter den Umständen besser wäre, eine neue Form der Freimaurerei zu schaffen, die für alle gelten wird … oder vielleicht doch nicht … aber das ist nicht das Vorhaben dieses Projekts. Zu diesem Zeitpunkt der Geschichte ist die "Einheit in der Vielfalt" sehr wertvoll und muss entwickelt und geschützt werden.

Das Projekt der Konföderation ist nicht der erste Versuch, die Kluft zwischen den Freimaurerorden zuzuschütten. Die meisten vorherigen Versuche sind auf die Versuchung gestoßen, das Zünglein an der Waage zugunsten des einen oder des anderen Ordens zu schwenken. Das funktioniert nicht. Und keiner der Ordensgruppen ist es gelungen, sich weltweit durchzusetzen.

In den Demokratien haben die politischen Gegner ein Mittel gefunden, in einem Wettkampf zu stehen und zugleich einander zu ehren. Die Kirchen haben sich mit der Notwendigkeit des "friedlichen Zusammenlebens" abgefunden, und dabei ihr Wesen nicht verloren. So oder so, auch die Freimaurer müssen lernen, zusammen zu arbeiten, ohne die Vielfalt ihrer Bewegungen aufzugeben.

3. Beschreibung der Konföderation

Die Welt ist ein Buch und diejenigen, die nicht reisen, lesen nur eine Seite davon. 

Heiliger Augustin

Fürchte den Leser eines einzigen Buches!

Seneca

 

a)  Allgemeine Rahmen und Grundlegenden Regeln

Nach dem Beitritt zur Konföderation behalten alle Orden ihre heutige Form und gehen weiterhin ihren Weg im Rahmen ihrer eigenen Organisation.

  1. Alle Mitgliedsorden werden das Grundprinzip der Konföderation annehmen, das die Anerkennung der anderen Orden und den Willen zur Zusammenarbeit mit ihnen im brüderlichen Sinne an der freimaurerischen Einweihung nach den nachstehenden Regeln darstellt.
    Die Orden verzichten auf die Möglichkeit, andere Mitgliedsorden "auszuschließen". Sollte einer der Mitglieder die Grundsätze und die sich daraus ergebenden Hauptverfahren der Freimaurerei verraten, kann es nur nach einer gemeinsamen Entscheidung aller anderen Orden oder zumindest einer Mehrheit der Orden ausgeschlossen werden.
  2. Die Konföderation und ihre Führung werden keine Möglichkeit haben, in die Tätigkeit der Mitgliedsorden und –logen einzugreifen.
  3. Neben anderen Instrumenten, die im weiteren Text vorgeschlagen werden und die das Erreichen dieser Ziele ermöglichen, sollte die Konföderation das Prinzip annehmen, dass die Brüder und Schwestern die Logen aller Mitgliedsorden bei ihren rituellen Arbeiten frei "besuchen" können.
  4. Trotzdem wird jede Loge das Recht haben in einer Geheimabstimmung (alle drei Jahre) zu bestimmen, ob sie den Besuchern alle oder nur einige rituelle Arbeiten, mindestens eine pro Jahr, zugänglich macht. Ihre Entscheidung wird sie in den Einladungen zu diesen Treffen veröffentlichen. Ihre internen Regeln werden die Bedingungen der eventuellen Worterteilung an Besucher spezifizieren.2

Sogar im Extremfall, wenn alle Logen eines Ordens entscheiden würden, dass sie alle ihre rituellen Arbeiten (ausgenommen der einen pro Jahr) geschlossen halten ­– sowohl für die Mitglieder einiger als auch für Mitglieder aller anderen Orden der Konföderation , könnte diese Entscheidung nicht im Widerspruch mit dem Prinzip der gegenseitigen Würde ihrer Mitglieder und gegen den Willen zur Zusammenarbeit im brüderlichen Sinne in der Konföderation stehen. Unter dieser Bedingung kann man sich vorstellen, dass eine bestimmte Loge nur mit ihren eigenen Mitgliedern arbeiten möchte, ohne dass es eine feindliche Einstellung gegenüber den anderen oder eine Verachtung der anderen bedeuten würde.

b) Entstehung

Der erste Schritt zur Gründung der Konföderation wird im Rahmen der vorläufigen Gespräche der Großmeister (Vorstände) der bedeutendsten Orden der zwei freimaurerischen Hauptrichtungen gemacht, die den vorherigen Überlegungen zustimmen. Diese Gespräche werden für die Orden nicht verbindlich sein. Die Orden werden später im Rahmen ihrer Generalversammlungen entscheiden, ob sie Mitglieder der Konföderation werden.

Die Vertreter der Orden werden diese Kontakte aufnehmen, ohne dass sie auf die allgemeine Einstimmigkeit der Ansichten auf die Konföderation warten. Nach den ersten vorläufigen Gesprächen werden sie eventuell entscheiden, ob sie auch die Vertreter anderer Freimaurerorden einladen, deren Teilnahme ihre Orden ebenfalls nicht bindet.

Wenn sie nach diesen Vorbereitungstreffen über die Gründung eines Großmeisterausschusses entscheiden, wie nachstehend beschrieben, werden sie ihre Orden um die Erlaubnis ersuchen, seine Mitglieder zu werden.3

c) Zusammensetzung

Die Konföderation besteht aus allen Freimaurerorden in der Welt, die ihre Grundsätze und Regeln annehmen und die folgenden Bedingungen erfüllen:

  • Alle Orden, die unter der Schirmherrschaft eines oder mehrerer Freimaurerorden gegründet wurden und von mindestens 33 Orden in drei oder mehr Ländern anerkannt werden, können der Konföderation beitreten.
  • Diejenigen Orden, die länger als ein Jahrhundert bestehen, müssen nur die zweite Bedingung erfüllen.
  • Später werden diese Regeln mit der Entscheidung des Ausschusses (siehe weiteren Text) ergänzt und es wird bestimmt, wie die Orden aufgenommen werden, die noch nicht lange genug existieren, um die vorherigen Bedingungen zu erfüllen.4 

Hinsichtlich der Ziele der Konföderation und der Tatsache, dass die Aufgabe ihrer führenden Vertreter nicht das Eingreifen in die Tätigkeit der Orden sein wird (wozu sie auch keine Möglichkeit haben werden), werden alle mit der gleichen Personenzahl in ihren Führungsorganen vertreten, ungeachtet deren Größe. Diese Organe werden keine Entscheidungsträger (diese Aufgabe obliegt den Generalversammlungen der Konföderation), ihre Aufgabe wird sein, die gegenseitige Erkenntnis und das Verständnis der Orden und ihrer Mitglieder zu unterstützen.

d) Organisation der Konföderation

Großmeisterausschuss und Forscherrat
Großmeisterausschuss:

Gründung

Die Konföderation wirdvon dem Ausschuss der Großmeister (Vorstände) aller Mitgliedsorden geführt.5

Zu den Aufgaben des Ausschusses gehört:

  • Festlegung von Regeln für seine Versammlungen,
  • Festlegung von Grundsätzen und Erarbeiten von Regeln über die Wirkungsweise der Konföderation und ihre Verwaltung,
  • Bedingungen derOrganisation der Gründungsversammlung und der Generalversammlungen der Konföderation bestimmen,
  • finanzielle Quellen der Konföderation suchen,
  • Ernennung des ersten Forscherrats, der später von den Orden ernannt wird,
  • Einberufung der Gründungsversammlung der Konföderation und dann der Generalversammlungen,
  • Veranstaltung und Führung der Konföderationsversammlungen,
  • Entscheidung über die Aufnahme von neuen Orden,
  • Ausschluss von Mitgliedern vorschlagen, die die Grundsätze und Regeln der Konföderation nicht beachten,
  • Kontakte mit Orden pflegen, die nicht zur Konföderation gehören.
Zu den Rechten des Ausschusses gehört:

Nach der Einberufung der Gründungsversammlung der Konföderation und ihrer Gründung werden die Ausschussmitglieder das Recht haben, an allen rituellen Arbeiten der Logen aller Mitgliedsorden teilzunehmen, ungeachtet deren Angehörigkeit zu dem einem oder dem anderen Orden. Die Logen können diesem nicht widersprechen.

Bei Arbeiten eines jeden anderen Ordens als ihres eigenen sowie bei Versammlungen der Konföderation werden sie im Orient sitzen, gekleidet in die Schürzen und Schärpen der Freimaurerwürdenträger, ergänzt mit dem Symbol ihrer Zugehörigkeit zum Ausschuss.

In den Logen werden sie das Recht haben, bei eventuellen Gesprächen über die Konföderation, und ausschließlich bei dieser Gelegenheit, mitzusprechen. Dieses Recht gilt sogar auch dann, wenn die Loge üblicherweise Besucher aus dem Orden, dem dieser Großmeister angehört, in ihren Tempel nicht zulässt oder wenn sie die Teilnahme von Besuchern an der Debatte nicht zulässt.6 

Forscherrat

Gründung

Der Ausschuss bestellt den Forscherrat, der in jedem Orden drei Meister wählt, die fähig sind, an dem Studium der Grundsätze, Rituale und Arbeitsverfahren der Orden teilzunehmen.

Der Rat bestimmt die Regeln seiner Sitzungen.

Bei den Vorbereitungen für die Gründung der Konföderation studiert der Rat die Orden, die ihre Großmeister (Vorstände) berechtigt haben, an der Tätigkeit des ersten Ausschusses teilzunehmen. Der Rat wird den Bericht über seine Forschung bei der Gründungsversammlung der Konföderation vortragen. Später wird er ihre Mitgliedsorden erforschen.

Bei dieser Gründungsversammlung wird jeder Orden die Möglichkeit haben, der Bestellung seiner ersten Vertreter in den Forscherrat zuzustimmen oder sie durch andere drei Meister zu ersetzen, die fähig sind, diese Aufgabe zu bewältigen. Sie werden nach seinen üblichen Regeln hinsichtlich der Wahl der Würdeträger ausgewählt.

Das Mandat der Forscher dauert sechs Jahre und kann zu denselben Bedingungen verlängert werden.

Sollte ein Orden es für notwendig halten, einen seiner Vertreter im Rat vor Ablauf seines Mandats abzuberufen und ihn durch einen anderen entsprechenden Meister zu ersetzen, wird er dies nach vorheriger Vereinbarung mit dem Ausschuss und nach seiner Zustimmung vornehmen.

Der Rat hat folgende Aufgaben:
  • mit seinen Ratschlägen dem Ausschuss bei der Erfüllung seiner Aufgaben zu helfen,
  • den freimaurerischen Charakter und das Benehmen der Mitglieder der Konföderation zu untersuchen,7
  • aus der Sicht der Geschichte und der Freimaurerei die Regeln über die Wirkung der Konföderation zu beurteilen, die von dem Ausschuss vorgeschlagen werden, dem der Rat seine Kommentare übergibt,
  • zu beobachten, ob die Verwaltung der Konföderation in Übereinstimmung mit ihrem freimaurerischen Charakter handelt, und seine Beobachtungen an den Ausschuss weiterzuleiten,
  • ein Ritual für die ersten Generalversammlungen der gewählten Ordensvertreter zu erstellen.

Zu diesem Zweck wird sich der Rat durch die Andersonsche Konstitution aus dem Jahre 1723 und die gemeinsamen Punkte der bestehenden Rituale inspirieren lassen, unter Ausschluss der Grundsätze und Regeln, die die Freimaurerei heute spalten. Dieses Ritual wird weder eine Diskriminierung – weil diese dem Sinn der Brüderlichkeit widerspricht – noch eine religiöse Überzeugung zum Ausdruck bringen. Die Orden selbst können, wie üblich, von ihren Mitgliedern weiterhin den Glauben an das Schöpferprinzip fordern.8

Hinsichtlich der Ziele und des Inhalts der Versammlungen der Konföderation soll dieses Ritual den brüderlichen Meinungsaustausch unter den gesandten Brüdern und Schwestern sowie eine demokratische Entscheidungstätigkeit erleichtern, anregen und gewährleisten.

Der Rat wird dieses Ritual mit dem Ausschuss besprechen, der dann seine endgültige Form bewilligt.9

Der Rat hat folgende Rechte:

Nach der Gründungsversammlung der Konföderation werden der Rat und der Ausschuss berechtigt, alle Logen zu betreten. Seine Mitglieder werden aber nur als Beobachter anwesend sein und nicht in die Arbeiten eingreifen.

Hinsichtlich ihrer Unparteilichkeit werden sie keine Symbole der Orden tragen, denen sie angehören. Sie können lange Mäntel tragen, in der Taille mit einer Schnur mit zwölf Knoten umbunden, die die Brüderlichkeit und den Willen sich emporzuheben symbolisieren. Ihr Kopf könnte mit einer Kapuze verhüllt sein, wenn es der Rat und der Ausschuss für nützlich halten.10

 e) Versammlungen der Konföderation

Image: Gerard, Pixabay

Die Versammlungen der Konföderation werden an der "Enthüllung des Mysteriums des Seins" und an der "Erforschung der Stellung des Menschen in der Gesellschaft im Sinne der allgemeinen Brüderlichkeit" arbeiten.11

Häufigkeit der Versammlungen

Die Gründungsversammlung der Konföderation wird vom Ausschuss nach Abschluss seiner Vorbereitungsarbeiten und der Arbeiten des Rats einberufen.

Jeder Orden wird von 9 Abgesandten vertreten, die er nach seinen üblichen Regeln für die Wahl seiner Vertreter wählt.

Der Ausschuss wird die Teilnehmer über seine Tätigkeiten informieren und ihnen seinen Vorschlag der Organisation der ersten drei Generalversammlungen der Konföderation zur Abstimmung vorlegen.

Der Bericht des Ausschusses und das Abstimmungsergebnis werden den Logen aller Mitgliedsorden zugänglich gemacht.

Ein Vertreter des Rats berichtet über seine Tätigkeit und erklärt, warum seine Mitglieder denken, dass die Konföderation in Übereinstimmung mit der Geschichte und den Werten der Freimaurerei steht.

Sein Bericht wird ebenfalls den Logen aller Mitgliedsorden zugänglich gemacht.

Drei Jahre nach dieser Gründungsversammlung wird eine Generalversammlung von dem Ausschuss einberufen.

Der Ausschuss wird die Vertreter über seine Arbeit informieren.

Jedes Ausschussmitglied berichtet kurz mündlich oder schriftlich über die Tätigkeit seines Ordens. Die Versammlung wird sich zu diesen Berichten nicht äußern. Sie kann über die Zugänglichkeit dieser Berichte oder ihrer schriftlichen Zusammenfassungen für alle Orden und Logen entscheiden.

Eines der Ausschussmitglieder wird dieVersammlung über die Kontakte mit anderen Mächten informieren, die zwar nicht zur Konföderation gehören, aber brüderliche Verhältnisse mit ihr pflegen. Er berichtet auch über eventuelles feindliches Verhalten anderer Orden.

Ein Vertreter des Rats berichtet über seine Tätigkeit und seine Ansicht bzgl. des Initiationscharakters, der philosophischen Ausrichtung und der karitativen Tätigkeit der Konföderation. Er kann auf eventuelle Verletzung ihrer Regel aufmerksam machen, darf aber niemanden nennen, der diese Regeln verletzt. Die Versammlung wird sich zu diesen Informationen nicht äußern. Gegebenenfalls entscheidet sie über die Zugänglichkeit der schriftlichen Zusammenfassung dieser Arbeiten für die Orden und Logen.

Fünf Jahre nach der Gründungsversammlung wird der Ausschuss eine zweite Generalversammlung einberufen, die sich folgende Berichte anhört:

  • Bericht des Ausschusses über seine Tätigkeit.
  • Kurze Berichte der Ausschussmitglieder über die Tätigkeit ihrer Orden. Die Versammlung kann darüber diskutieren, wird aber über nichts abstimmen. Eine Zusammenfassung dieser Berichte wird allen Logen der Konföderation zugänglich gemacht und die Logen werden über den Bericht diskutieren, der ihren jeweiligen Orden betrifft.
  • Bericht der Ratsmitglieder über die Übereinstimmung der Tätigkeit der Konföderation und ihrer Orden mit den Grundregeln der Freimaurerei. Sie können auf eventuelle Verletzungen von Regeln hinweisen, ohne die Namen der Übeltäter zu nennen. Die Versammlung wird darüber ohne Abstimmung diskutieren. Eine Zusammenfassung wird allen Logen der Konföderation zugänglich gemacht.
  • Bericht des Ausschusses über seine Kontakte mit den freimaurerischen Mächten außerhalb der Konföderation. Der Ausschuss stellt die Orden vor, die sich um die Aufnahme in die Konföderation bewerben, ggf. schlägt er den Ausschluss einiger ihrer Mitglieder vor. Die Versammlung entscheidet darüber in einer Abstimmung. 
    Seit dieser Versammlung der Konföderation können der Ausschuss und der Rat dem jeweiligen Orden vorschlagen:
  • Themen für Arbeiten, an denen alle Logen teilnehmen können, wobei ihre Teilnahme nicht obligatorisch sein wird,
  • Organisation von öffentlichen Veranstaltungen der Konföderation.

Diese Vorschläge werden nur dann realisiert, wenn sie von einer Mehrheit der Orden gebilligt werden und wenn keiner der Orden sein Veto-Recht gegen einen dieser Vorschläge durchsetzt. Die Orden können sich auch der Stimme enthalten.

Eine schriftliche Zusammenfassung aller Arbeiten wird den Logen aller Orden zugänglich gemacht.

Sieben Jahre nach der Gründungsversammlung der Konföderation wird der Ausschuss eine dritte Generalversammlung einberufen, die sich vier Berichte des Ausschusses und des Rats anhört, wie bei der vorherigen Versammlung. In der Versammlung wird darüber diskutiert und über die Entscheidungen hinsichtlich der ganzen Konföderation abgestimmt.

Der Ausschuss und der Rat können dem jeweiligen Orden Vorschläge für Arbeiten, für öffentliche Erklärungen, für die Aufnahme von Orden, ggf. für den Ausschluss von Mitgliedern, die die Regeln der Konföderation nicht beachten, geben. Diese Punkte werden nach den gleichen Bedingungen bearbeitet wie bei der vorherigen Generalversammlung.

Die dritte Generalversammlung wird tagen und dann in einer geheimen Abstimmung entscheiden:

  • über die endgültige Fassung der allgemeinen Regeln der Konföderation,
  • über die endgültige Form der Versammlungsrituale der Konföderation.
  • Eine schriftliche Zusammenfassung aller Arbeiten wird den Logen aller Orden zugänglich gemacht.

Neun Jahre: Falls notwendig, kann der Ausschuss eine neue Generalversammlung einberufen, die mit der Lösung der offenen Fragen aus der letzten Versammlung und/oder mit der Diskussion über eventuelle neue Schwierigkeiten beauftragt wird.

Nach sieben (oder neun) Jahren wiederholt sich der Zyklus der Versammlungen alle drei Jahre nach der Tagesordnung der Versammlung aus dem siebten Jahr, wie oben beschrieben.

Versammlungsorte

Der Ausschuss und der Rat bestimmen die Generalversammlungsorte der Konföderation.

Hinsichtlich der Ziele der Konföderation, ihres Charakters und ihrer Aufgaben, die der Generalversammlung zugeordnet werden, können und sollten diese Sitzungen immer in einem anderen Land stattfinden.

Vertretung von Orden an den Generalversammlungen

Der Ausschuss und der Rat werden der Gründungsversammlung der Konföderation die Regeln für die Vertretung der Orden bei den künftigen Generalversammlungen vorschlagen. Die Abgesandten werden über diese Regeln abstimmen und ihr Beschluss gilt für die ersten drei Generalversammlungen.

Bezüglich der Anzahl von Orden, die Mitglieder der Konföderation sein sollten, wird bei den Generalversammlungen die Regel "eine Loge, ein Vertreter" angewendet werden können, was jedoch die Möglichkeit nicht ausschließt, dass alle Logen dank der Nutzung der neuen Kommunikationstechnologien daran teilnehmen. In einem solchem Fall könnten Entscheidungen über bestimmte Fragen nach der Regel "eine Loge, eine Stimme" getroffen werden.

Der Ausschuss kann der Gründungsversammlung und den ersten drei Generalversammlungen technische Mittel vorschlagen, die ggf. ihre Verbindung mit den Logen während der Versammlung ermöglichen.

Bei ihrer Gründung könnte die Konföderation unter der Leitung des Großen Meisters der Vereinigten Großloge von England und dann unter der des Grand Orient de France stehen. Später würde sie abwechselnd durch einen von VGVE (UGLE) anerkannten und dann durch einen nicht anerkannten Orden geleitet werden.

Dieser Vorsitz wäre ehrenamtlich, aber es wäre gleichzeitig logisch und gerecht, die ältesten Mitglieder zu honorieren.

Rituale der Versammlungen

Die Gründungsversammlung und die ersten zwei Generalversammlungen werden nach den zu dieser Zeit bestehenden Ritualen und Regeln abgehalten, die vom Ausschuss und Rat erstellt wurden.

Vor der dritten Generalversammlung werden die Regeln ihrer Organisation und die zu dieser Zeit bestehenden Rituale in den Logen der Mitgliedsorden der Konföderation diskutiert unddann um ihre Beiträge ergänzt. Der Rat nimmt sie zur Kenntnis, verhandelt darüber mit dem Ausschuss und erstellt anschließend neue Texte, die der dritten Generalversammlung zur Abstimmung vorgelegt werden.

Die Generalversammlung entscheidet über ihre Annahme, ggf. ändert und ergänzt sie sie oder schickt sie an die Logen zur erneuten Prüfung zurück.

FORUM: Nützlichkeit der Weltkonföderation der Freimaurerorden

 


 

1 Zwei Richtungen der Freimaurerei zu vereinen heißt dabei nicht, dass die Konföderation jede Gruppe annehmen muss, die sich mit dem Namen „Freimaurerei“ rühmt, ohne dass sie etwas mit der europäischen Einweihungstradition gemeinsam hätte: siehe weiter im Kapitel über die Mitgliedschaft.

2 Dieser Ansatz ermöglicht den Logen verschiedener Orden, die es gerne möchten, zusammen zu arbeiten, machen es aber zurzeit aus Ehrfurcht nicht.

3 Die meisten Orden unterhalten mehr oder weniger offizielle, mehr oder weniger regelmäßige Kontakte, sogar die Vereinigte Großloge von England akzeptiert heute die Freimaurerei von Frauen, obwohl sie die Schwestern weiterhin nicht in ihrem Tempel zulässt. Alle Orden können also die vorgeschlagene Änderung ihrer Grundsätze über die Anerkennung anderer Orden annehmen. Da die Freimaurerei in der Loge gelebt wird und jede Loge berechtigt ist, ihre Arbeiten frei zu verrichten (unter der Bedingung, dass sie die Regeln und Traditionen ihres Ordens nicht verlässt), können nur die Logen selbst entscheiden, zu welchem Ausmaß sie sich bereit fühlen, ihre Tür für Angehörige anderer Orden zu öffnen. Die entsprechende Bestimmung wird bestimmt nicht die Aufgabe der Konföderation sein.

4 Im Rahmen ihres Mandats sind die Großmeister berechtigt, diese vorläufigen Gespräche zu führen. Zur Gründung der Konföderation werden sie jedoch, natürlicher, die Zustimmung ihres Ordens brauchen.

5 Zweck dieser Regel, die das Beitrittsrecht der ersten Mitglieder auf die bekannten Orden einschränkt, ist die Vereinfachung der Verhandlungen, die verständlicherweise mit einigen zig Teilnehmern einfacher zu führen sind als mit allen 250 bestehenden Orden. Sie ermöglicht auch endloser Debatten vermeiden über die "Übereinstimmung" bestimmter weniger bekannten Orden mit den freimaurerischen Idealen und der freimaurerischen Praxis.

6 Diese einfache Regel verhindert jeglichen "Kampf" um die Wahl in den Ausschuss.

7 Mitglieder des Ausschusses müssen an den Arbeiten der Logen teilnehmen, um sich eine konkrete Meinung über den Charakter der Orden zu bilden, die Organisation und Regeln der Konföderation zu erklären und, falls notwendig, diese zu verteidigen.

8 In der Vorbereitungsphase werden diese Untersuchungen nur theoretisch sein, ohne die Teilnahme der Forscher an den Tätigkeiten der Logen.

9 Bei der Entstehung der Freimaurerei war der Ausdruck Großer Architekt des Universums ein Symbol(nach Goethe "in der Freimaurerei ist alles ein Symbol"), später wurde es zu einer Bezeichnung des Glaubens, zu ihrem Synonym. Einige Orden haben diese Entwicklung angenommen, andere nicht. Die Aufgabe der Konföderation ist es nicht, in diese Debatte einzugreifen.

10 Die Forscher forschen und beraten, die Großmeister führen.

11 Die Mitglieder des Rats sind nur Beobachter, ihre Anwesenheit muss unauffällig sein. Ihr Gewand sollte also keine unterscheidenden Merkmale der Orden tragen. Es scheint ebenso geeignet, zumindest am Anfang des Bestehens der Konföderation, die unterschiedliche Wahrnehmung des männlichen/weiblichen Geschlechts der Ratsmitglieder zu unterdrücken. Sollte sich dieser Vorschlag durchsetzen, muss jegliche Änderung von der Generalversammlung der Konföderation genehmigt werden.

12 In jeder Gesellschaft, einschließlich der Freimaurerei, bedeutet die Einweihung einen Übergang "aus der Kindheit zur Reife", also des Individuums in die Gesellschaft, und möchte die Position des Menschen im Universum ausdrücken. Alle Orden nehmen diesen Doppelzweck an, auch wenn sie sich darin unterscheiden, dass sie nur den einen oder nur den anderen Teil des Einweihungsverfahrens bevorzugen.

13 Diese Berichte könnten den Abgesandten im Voraus geschickt werden, damit mehr Zeit für Diskussion bleibt.

FORUM: Nützlichkeit der Weltkonföderation der Freimaurerorden